Privatwohnung | Nowigrad/Silberstein - Ein Privathaus mit Büro

Lange Zeit war Nowigrad kein Teil von Redanien, lange Zeit konnte die größte (mit ca. 30.000 Einwohnern) und zweifelsohne auch die reichste Stadt den Status einer freien Handelsstadt halten. Nach den letzten Kriegen aber ist sie mehr oder weniger zur inoffiziellen zur Hauptstadt der freien Nordländer, vor allem Redaniens geworden seit Dijkstra als Regent zusammen mit dem Handelsrat von hier aus die Fäden zieht.
Als Heimat des Kults des Ewigen Feuers hat in der Stadt allerdings auch das Wort des Hierarchen Gewicht.
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Valjan Novka
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Valjan fand es wohl einschüchternd genug mit Platte durch ein Gewitter zu laufen. Der warme Tee im Bauch würde ihn ebenso nicht lange wachhalten. „Oben im Büro, danke, Ser, Ihr seid sehr großzügig.“ Betreten blickte er dabei zu Boden. Ein bisschen peinlich war das schon. Dennoch legte er den Helm wieder ab und ging zur Treppe, blieb nochmal stehen, drehte sich kurz um: „Bitte weckt mich, wenn es nachgelassen hat.“ Slava wirkte nicht so, als ob er sich hinlegen wollte. Aber ja, ein Auftrag, hatte Schura gesagt. Seine Jungs irgendwo hinschicken und selbst nicht mitkönnen, kannte der Korporal auch. Er wusste wie eingeschüchtert Wondro geschaut hatte, als sie das Chaos auf dem Platz erreicht hatten. Ohne Führung wäre der in den nächsten Pfeilhagel gelaufen und Arnvüld… Zumindest hatte Slava keine Rekruten dabei.
Valjan lächelte seinen Gastgeber noch einmal zuversichtlich zu Wird schon, bevor er sich mit einem „Gute Nacht“, ab wand. Also, im Büro schlafen bei Cat. Er würde sicher die Rüstung ablegen und dann…? Ach, sie schläft sicher noch, wenn er wieder raus muss.


Slava nickte ihm ebenfalls zu. "Schlaf gut." Um noch einmal darauf hinzuweisen, dass er sich auch das 'Ser' sparen konnte, dazu war er irgendwie doch zu müde.


Wie prophezeit fand Valjan oben die junge Frau schlafend auf der Ottomane vor. Von irgendwo her hatte sie sich mehrere Kissen und eine große Decke genommen, unter der sie lag. Der Eindruck, ein Kind – oder zumindest etwas sehr Junges - vor sich zu haben verstärkte sich bei dem Anblick. Cat lag verkehrt herum auf der mit leicht abgewetztem graublauem Samt bespannten Ottomane – Kopf am Fußende – und bäuchlings, die Decke bis zur Nase hochgezogen, dafür lagen die Unterschenkel frei, da sie es schon nach so kurzer Zeit geschafft hatte sich freizustrampeln. Mit etwas Pech würde der Rest der Decke der Schwerkraft bald folgen, und auch der rechte Arm hing über die Kante des Möbels. Das Gesicht der Frau war der Treppe abgewandt und man hörte tiefe, regelmäßige Atemzüge. Sie musste wirklich sehr, sehr müde gewesen sein.


Valjan wartete etwas bis sich seine Augen an das wenige Licht gewöhnt hatten und bemühte sich leise zu sein. Er kann nicht verhindern, dass sein Blick mal neugierig den Schreibtisch schweift, aber der war verdammt ordentlich. Das Chaos war wahrscheinlich im Kopf. Seufzend strich er sich ein paar Haare auf aus dem Gesicht. Er war müde und Cats Anblick streckte an. Die seltsamen Isomatten der beiden Söldner hatte er am Rand schnell gefunden und die Schlafsäcke sahen bequem aus. Er setzte sich daneben, begann möglichst lautlos die Plattenteile abzulegen. Aber irgendwas muss Cat unterbewusst gemerkt haben, zumindest gab die Decke der Schwerkraft nach und rutschte zu Boden.

Der Korporal hielt inne, sah auf, aber sie schlief weiter tief und fest. Sie war… nackt? Verwirrung machte sich breit. Nicht nur dass Valjan eher selten nackte Frauen oder überhaupt Menschen nackt sah, da stimmte etwas nicht. Seine Augen suchten den Raum ab. Da war keine Kleidung. Vielleicht in dem Schrank? Aber der war verdammt gut verschlossen. Unter der Chaiselongue? Nein. Für einen Moment sammelte er sich, vielleicht war es in den letzten Tagen einfach zu viel. Deshalb entschloss er sich, das Normalste zu tun:

Leise ging er zu ihr und nahm die Decke vorsichtig auf, um sie kurz ausgeschüttelt wieder über die Schlafende zu legen. Behutsam und so, sodass sie nicht gleich wieder runter fällt. Eine Ecke steckte zwischen Lehne und Liege, um ihr etwas Halt zu geben. „Dafür hat man Eltern…“ Aus einer Laune heraus, strich er ihr über den Kopf schob ein paar Haare beiseite und gab ihr ein Gute Nacht Küsschen auf die Stirn. Wobei er sich darüber selbst wunderte. Cat schien es nicht zu stören, denn sie lächelte sich leise seufzend zurück in den Schlaf.

Kopfschüttelnd ging Valjan zurück zu seiner Lagerstätte und entschied sich auch den Gambeson abzulegen, bevor er in einen der Schlafsäcke schlüpfte. Er kuschelte sich auf diese dünne, aber doch irgendwie warme Matte und bemerkte dieses Zähnedings zum weiter schließen, aber er war zu müde um sich darüber Gedanken zu machen, sodass er den Sack halboffen ließ. Der war erstaunlich warm und weich und roch nach Schura...
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Vyacheslav Sokolov
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Ihn wecken... Slava nahm es sich vor, sehr fest. Er würde im Morgengrauen aufbrechen, gegen 3 Uhr vielleicht, dann würde er auch Valjan mitnehmen.
Doch es kam anders.

Ein Bote klopfte kurz nachdem es im oberen Stock ruhig geworden war, überreichte einen Brief. Slava konnte natürlich erkennen um wen es sich handelte, konnte seine Schlüsse ziehen, doch in der Wohnung war davon nichts zu erkennen. Der Bote verschwand wieder, der Brief blieb.

Leise ging Slava nach oben, an den Schlafenden vorbei in das oberste Geschoss. Dort zog er sich um, etwas respektables dieses mal, dunkelblauer Kaftan mit steifem Kragen. Feine Verzierungen. Schlicht wäre ihm lieber gewesen, aber das war wohl standesgemäß. Irgendwie hatte er sich auch daran gewöhnt. Und der Kragen verdeckte einfach auch gut ein paar mehr Narben.
Dann warf auch er sich einen gewachsten Mantel über, es regnete noch immer in Strömen, doch auf seine Stiefel konnte er immer vertrauen.
Zusammen mit dem Brief steckte er auch den Ring mit ein, wozu auch immer, den PDA mit seinen Vitalwerten trug er ebenfalls selbst. Ansonsten ging er unbewaffnet, bis auf ein kleines Armeemesser - mit einem Schwert konnte er nach wie vor nicht umgehen, wozu also eines zur Schau stellen.
Ehe er losging stellte er aber für Cat und Valjan einen Wecker. Cat würde dank Valentine wissen wie man ihn ausschaltete, ein PDA, eingestellt auf 3 Uhr morgens.
Den legte er auf einen Tisch neben der Recamiere.
Genug zeit zum Anziehen.
Valjan hatte zielsicher Schuras Schlafsack gefunden und offenbar auch verstanden wie man den benutzte, Cat hatte die Kleidung verschwinden lassen und lag nackt unter der Decke... zumindest soweit man die Schultern sehen konnte. Egal. Vielleicht würde er am nächsten Tag dem Korporal... dann hoffentlich Feldwebel... erklären was es mit ihr auf sich hatte. Aber nicht zu viel an einem Tag. Eine Unterhaltung zum Frühstück fiel jedenfalls aus. Er würde dann vermutlich noch unterwegs sein, weil er sich dann direkt zum Hafen aufmachte.
Er schloss auch nicht ab, hoffte einfach, dass nichts wegkam... wobei die wichtigen Dinge ohnehin verschlossen waren.

<geht hier weiter>
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Sindra
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Cat träumte. Sie flog in einem mit einem weitmaschigem hellen Spinnennetz umgebenem seltsamen liegendem gläsernem Ei hoch über einer unglaublichen, riesigen Stadt. In ihren Ohren steckten Wachspropfen. Und aus diesen Sang ein Mann mit engelsgleicher Stimme nur für sie ein melancholisches Lied.
Unter ihr wälzte sich träge ein schmutziger Breiter Fluss und jedes der Gebäude trotze den Naturgesetzen.
Trotzdem fühlte sie sich wohl, denn es war warm und geschützt. Warm und…der Mann im Ohr sang immer lauter.
Brummig blinzelte Sindra und streckte das Näschen unter der Decke hervor.
Es war noch stockdunkel draußen und das Unwetter hatte sich nicht verzogen. Warum also ließ man sie nicht schlafen?
Tappsig tastete sie umher. Ihr Smartphone musste irgendwo auf dem Nachtisch…
Falsch….alles falsch…

Mit einem Ruck richtete Cat sich auf, ungeachtet dessen, dass die Decke sich verselbständigte und somit ihren nackten Oberkörper freigab. Gähnend fuhr sie sich mit den Fingern durch die Haare, schmatze, räusperte sich, versuchte sich zu orientieren.

Dort…auf dem Tisch lag das, was John als ein PDA bezeichnet. Und es spielte ein Lied. Bisschen traurig, aber schön. Aber…warum…
Und neben dem Tisch, auf dem Boden, hockte der kleine Korporal und sah sie ebenso verschlafen an.
Ubs…
Ein wenig verlegen zog sie die Decke hoch.
„Gutn Morgen.“, nuschelte sie verwirrt.
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Valjan Novka
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Es drang Musik an seine Ohren. Die Töne klangen voll und schön. Wenn auch ungewohnt. Valjans Hirn suchte nach dem passenden Instrument. Eine Zitter? Eine Harfe? Schon irgendwie Saiten, oder? Spielte Slava ein Instrument? Er hatte keines gesehen. Ein Mann begann dazu zu singen, ganz sicher nicht der Hausherr. War jemand gekommen? Es war eine weiche, sanfte Stimme. In einer Sprache, die der Korporal nicht kannte… Nein, nicht konnte, er hatte sie schon mal gehört. Erst neulich… im Verhörraum. Herr Evans. Der Gesuchte aus London. Aber der sang nicht. Es gab keinen Refrain. Aber ein paar Wörter kamen häufiger vor. Praise… das klang wie… preisen? Ein Lobgesang? Ein Priester aus London?

Mit diesem Gedanken wachte Valjan endgültig auf. Wo war er? Und warum spielte die Musik aus seinem Traum immer noch? Weil es kein Traum ist. Langsam richtete er sich im Schlafsack auf, erinnerte sich wieder wo er gestern eingeschlafen war.

Ubs… allerdings. Auch der kleine Korporal sah nach dem Schlafsack. Der war zum Glück flauschig und bedeckte die Brust. Trotzdem schlang er seine Arme um den Oberkörper und sah zu ihr auf.

„Was ist das? Warum macht das Musik?“

Auf Cats Blöße hatte er nicht so wirklich reagiert, wie das Männer sonst so tun.
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Sindra
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„Ist ein Pehdehah…“, erklärte Cat gedehnt.
„Kann ganz viel. Kann Karten zeigen, Musik, Kommunikation, Nachrichten…und spielen kann man da auch mit.“
Cat schlang die Decke um sich und ging zum Tisch, tappte auf dem PDA herum und es verstummte.
„Da war ein Wecker gestellt. Aber ich würd gern ausschlafen. Müsst ihr so früh raus?“, nuschelte sie und schleppte sich zurück auf die Ottomane. Doch statt sich hinzulegen, setzte sie sich mit untergeschlagenen Beinen auf das Möbel, gähnte ausgiebig und blinzelte zu Valjan.
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Valjan Novka
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Ein Pehdehah? Natürlich hatte Valjan keine Ahnung was das sein sollte. Kommunikation und Nachrichten klang auf jeden Fall sehr praktisch. Das sollen Zauberer auch irgendwie können.

Aber er nutzte die Gelegenheit, als Cat den Wecker ausschaltete und sich wieder zum Diwan umdrehte, um sich seinen Gambeson zu holen. Zum Glück sah man noch nicht viel, obwohl das PDA Dings offenbar auch Licht machen konnte. Noch im Schlafsack sitzend, warf er sich die Rüstung über und schloss die Schnallen über der Brust. Das Tuch saß nach dem Schlafen nicht mehr ganz richtig, das müsste er noch ändern, sonst würde es ihn den ganzen Tag stören.

Aber auf ihr blinzeln lächelte er. „Ja, jeden Tag. Wenn ich sechs Stunden am Stück Schlaf bekomme ist das Luxus.“ Er stand auf und zupfte sich seine Kleidung zu recht. „Jetzt aufstehen, die Nachtschicht ablösen, bis Mittags Dienst, wobei man die Hoffnung hat etwas zu beißen zu finden und dann Bereitschaft bis in die Abendstunden, bevor man sich wieder hin legen darf und sollte. Das sieben Tage die Woche.“ Wenn er es so sagte, klang es schon echt scheiße. „Falls Ihr bei der Wache anheuern wollt, könnt Ihr Euch schon mit dem Gedanken anfreunden. Wobei die frischen Rekruten auch eher aufstehen, um notwendige Arbeiten zu erledigen und Disziplin zu lernen. Aber keine Ahnung wohin sie Euch stecken, wenn... Sokolov nichts dreht. Wobei er wahrscheinlich keine Verbindung zu sich möchte.“

Mal wieder musterte der kleine Korporal diese Frau und war sich mal wieder nicht sicher was er vor sich hatte. Erst ein bisschen später fiel ihm ein, dass er sie so nackt in der Decke wie sie vor ihm saß vielleicht nicht so lange ansehen sollte - auch wenn seine Anwesenheit ihn nicht zu stören schien. Dennoch wandte er den Blick lieber ab, um sich mit den Fingern die Haare zu kämen. „Ich pack nur meine Sachen, dann könnt Ihr weiterschlafen. Tut mir leid, dass das... Pedings Euch geweckt hat.“ Jetzt macht es weniger Licht, weshalb von Valjan mit einem skeptischen Blick betrachtet wurde.

~
"Soll ich euch ein Brot schmieren, während ihr euch anzieht?", fragte Valjans Gegenüber verschlafen aber freundlich und sah in seine Richtung, während das Licht des PDA ganz verlöschte und beinahe schon klebrige Finsternis zurückließ.

~
„Was?“ Valjan musste diese Frage erst einordnen. „Aber, nein, macht Euch bitte keine Umstände, nachdem Ihr wegen mir eh schon wach seid. Ihr müsst deswegen nicht aufstehen oder... anziehen.“

Ihre Kleidung fand er in der Dunkelheit nicht besser. Das PDA bekam einen unfreundlichen Blick, während er nach einer bekannteren Lichtquelle tastete...

~
"Hmm...." Es raschelte, tappsige Schritte auf dem Boden, noch ein Rascheln...
Und das Licht des PDA ging wieder an.
Cat stand vollständig angezogen vor dem Tischchen und trat im Licht des PDA an den Schreibtisch, um mit Hilfe von Schwefelhölzchein ein Talglicht zu entzünden.
"Ich komm mit runter...hab auch Hunger. Kann mich danach nochmal hinlegen."
Das Mädchen lächelte freundlich und schien ihr Angebot durchaus ernst zu meinen.
In ihrer Art lag eine simple, aber ehrliche Freundlichkeit.

~
Nein. Nein. Das kann Valjan nicht glauben. Keine Frau zieht sich nicht so schnell an. Außerdem waren da keine Kleider. Da waren keine.

„Wie habt Ihr das gemacht?“ Ein wenig wurde er unsicher. Ist sie eine Magierin? Aber die sind viel selbstsicherer. Irgendwas passt nicht. „Warum kennt ihr euch mit dem Pehdedings aus? Wo waren Eure Kleider? Seid Ihr auch aus...“
Ein Seitenblick ging auf seine Schwert. Nur so. Er hoffte nicht, er wollte nicht bis ihm die offensichtlichste Lösung einfiel: „Ich träume noch.“

~
Cat grinste nur. "Ja. Du schläfst noch", antwortete sie flapsig und ging in Richtung Treppe, um dort eine hängenede Öllampe zu entzünden.
"Wenn du wach bist, ich mach Frühstück."
Mit etwas unkoordinierten aber federleichten Schritten tappste sie die Treppe herunter.

~
„Hey!“
Valjan blieb empört zurück. Er trat mit dem Fuß gegen den dicken Schlafsack. „Warum nimmt mich niemand ernst? Solange ich nicht in einer Leichenhalle stehe und mit einem qualvollen Tod drohen kann.“ Man konnte ein Seufzen „Wo ist Pflutschi“ vernehmen, bevor der kleine Korporal langsam begann sich die Plattenteile wieder anzuziehen. Darauf zu warten, dass er aufwachte brachte ja doch nichts.
Bevor er nach unten ging, räumte er Schuras Schlafsack wieder so ähnlich hin wie er ihn vorgefunden hatte und betrachtete nochmal dieses PDA. Nahm es in die Hand, traute sich dann aber doch nicht irgendwie darauf herumzudrücken wie es Cat getan hatte.
Sie konnte schließlich hören, wie er nach unten kam.

~
Als er unten ankam, brannte das Feuer im Herd bereits wieder, ein Kessel stand darauf und wartete darauf, dass die Temperatur zunahm.
Cat stand am Tisch und säbelte professionell erstaunlich gleichmäßige Scheiben Brot vom Leib.
"Wer ist Pflutschi?", fragte Cat mit freundlicher Neugier.

~
Valjan setzt sich resigniert an den Tisch, besah sich die Platte und erst auf als Cat ihn ansprach. Sie hatte ihn offenbar gehört. Er musste dünne lächeln. „Fein, ich sag Dir wer Pflutschi ist und Du sagst mir, wer Du bist?“

~
"Catlya von Layda", antwortete die Doppler, obwohl sie genau wusste, dass der Korporal etwas anderes meinte. "Meine Mutter war Soldat, mein Vater war Soldat...meine Schwester ist Bardin."
Auch den Schinken schnitt sie schnell und Präzise. Für so ein unschuldiges junges Ding...ungewöhnlich.

~
Er beobachtete sie wie sie mit dem Messerchen umging und Valjan musste die Worte: 'Na klar' nicht aussprechen, um sie in seinem Gesicht lesen zu können. „Und Pflutschi ist der Kronprinz des nilfgaardischen Imperiums.“
Das war vielleicht weniger wahr, als ihre Aussage, aber Valjan brachte sie ohne die Miene zu verziehen und vollen ernst rüber.

~
Cat war nicht wütend. Im Gegenteil. Sie strahlte Valjan regelrecht an und schob ihm eine fertig geschmierte Stulle zu. "Eine für euch, eine für den Kronprinz?" fragte sie völlig unbedarft.

~
„Der Kronprinz möchte Rehkeulenstreifen für unterwegs...“ Der kleine Korporal verschränkte die Arme, nahm aber trotzdem die Stulle an. Wütend war er auch nicht, vielleicht ein bisschen verstimmt.
„Verdammt, Cat... was geht hier vor?“

~
Sie sah ihn lange an, bevor sie die Rehkeule auf das Schneidbrett legte und mit denselben routinierten Bewegungen Streifen abschnitt. "Ich bin bei Sokolov....angestellt. Sagen darf ich nichts." Sie seufzte und schenkte ihm ein entschuldigendes Lächeln.
"Kommt doch nachher wieder. Wenn er es mir erlaubt..." Sie zuckte mit den Achseln. "Seid mir nicht böse."

~
Valjan stieß hörbar Luft aus „Er meinte wir würden uns gut verstehen...“ und biss in seine Stulle. „Danke.“ Nein, er war ihr nicht böse. Ein bisschen geknickt vielleicht. Aber er verstand. Aß. Dachte nach. „Warum macht Ihr, was er sagt?“

~
"Weil er mir...Dinge beibringt..."
Dinge...er brachte ihr bei wie man in dieser Welt überlebte, wie diese Welt funktionierte.
Und das, obwohl er selber nicht von dieser Welt war.
"Und...er hat versprochen er passt auf mich auf."
Und das, weil sie einfach nicht immer begriff, wie die Welt funktionierte.
Wie schön wäre es, wenn Reuven jetzt hier wäre, sie in die Arme zu nehmen. Etwas traurig passte sie einen Moment nicht auf...und schnitt sich prompt in den Daumen.

~
Als sie sich schneidet springt Valjan schon auf. Natürlich hatte er Notfallverbände griffbereit, das brachte der Job mit sich. Aber sie steckte gleich den Finger in den Mund, sodass er sich wieder seinem Brot widmete. Anscheinend war es nicht so schlimm wie es zunächste ausgesehen hat.

"Schura hat meiner Mutter versprochen, dass er auf mich aufpasst. Wisst Ihr von wem ich rede?" Natürlich meinte er Schura, nicht seine Mutter. Die arbeitete nicht für Sokolov, noch nicht. Wer weiß, ob sie ihm irgendwann Socken näht.

~
"Ja. Ich weiß wer Schura ifft.", erklärte sie, den Finger noch immer im Mund.
Sie sah sich kurz um, wickelte ein Tuch stramm um ihren Finger und schnitt dann so weiter an der Keule. "Schön, wenn man jemanden hat, der auf einen auspasst." Sie seufzte theatralisch.

~
„Ich hab auch Verbandszeug...“ Aber irgendwie hatte Valjan nicht das Gefühl, dass sie es wollte. „Ich hab nur keine Ahnung wo Schura gerade ist oder was er treibt. Wir haben zusammen Leichen beschaut und Unterkünfte von organisierten Verbrechern angesehen. Friedlich ist etwas anders.“ Aber er lächelte.

~
"Schura ist ein Krieger. Wie die anderen hier auch. Nur i...du bist irgendwie anders", erklärte die Junge Frau uns schlug eine große Menge Fleischstreifen in ein gewachstes Tuch ein. "Soll ich noch ein Marmeladenbrot schmieren?"

~
„Äh, nein Danke..., bin es nicht gewohnt früh so viel zu essen.“ Es war eh ein beachtlicher Sack geworden, den sie da an Rehkeulenstreifen zurecht geschnitten hatte. Eigentlich war es ein Witz gewesen und jetzt fehlte die halbe Keule. Dass Cat, der genannte Wilderer war, wusste er nicht. Naja, 'alles kann ich auch nicht essen...' hatte Slava gesagt.

„Aber, ja...“, begann Valjan verlegenen. „Schura ist größer, erfahrener und kräftiger als ich... und älter.“ Er musste grinsen, dem zarten Haarausfall Schuras würde er sich nicht sobald anschließen. „Ich bin auch kein Krieger oder Soldat sondern nur bei der Stadtwache. Deshalb hat man mir ihn und Herrn Evans ans Stadttor geliefert. Ich hab sie mit zur Wache genommen und eingesperrt und verhört und naja.. dabei zu viel erfahren wie über Pedehaars, sodass... Sokolov mich mehr oder weniger eingestellt hat. Und ja, besser Mitwisser als Leiche.“

Dass Cat jeder Zeit in Valentines Erinnerungen nachsehen konnte, dass es da um mehr als PDAs ging, wusste er nicht.

~
Dafür war sie es, die sich ein Brot mit so viel Marmelade schmierte, das diese ihr während des Essens von den Fingern troff. "Hier gibts immer genug zu Futtern. Sokolov wirkt zwar manchmal ein bisschen ruppig, aber er sorgt für alle. Möchtest du noch was für deine Eltern mitnehmen? Oder siehst du sie nicht so gerne?"

Cat funkelte Valjan mit funkelnden Augen über völlig verschmierte Finger hinweg an. Und noch immer wirke sie seltsam unbedarft. Vielleicht nicht dumm...aber unerfahren, als hätte man sie irgendwo in der Wildnis aufgelesen.

~
Manchmal etwas ruppig. Der Nilfgaarder Major wird das sicher bestätigen, wie 'ruppig' Sokolov werden konnte. Er selbst hatte Angst vor ihm gehabt, obwohl er da halbtot auf dem Boden lag und sich kaum rühren konnte. Valjan hatte nicht erwartet, dass er diesen Tag überlebten würde, sondern irgendwo entsorgt wurde. Aber nun lächelte er Cat an und nickte. Ja, hier gab es was zu futtern.

„Meine Eltern?“ Ob er sie nicht so gerne sähe. „Ich liebe meine Eltern.“ Daran gab es keinen Zweifel. Sein erster Gedanke hatte seinen Eltern und der Bitte ihnen irgendwas nettes zu sagen gegolten, sollte Sokolov ihn tatsächlich aus dem Weg räumen.

~
Sie betrachtete ihn über die verschmierten Finger hinweg. Eltern. Cat hatte auch Eltern. aber die waren eigentlich immer nur streng. Und sie selber? Sindra hatte ihre Eltern früh verloren und ihr Bruder hatte...daran wollte sie nicht mehr denken.
"Darf ich sie mal kennenlernen?", fragte sie einem plötzlichen Impuls folgend.

~
Valjan war nur ein bisschen überrascht. Kurz sah er sie wieder vor sich, wie sie gestern Nacht ihre Decke verloren hatte. Aber sein Blick blieb misstrauisch. Sie hatte etwas, was sie ihm nicht sagen wollte oder erst Slava fragen, ob sie es durfte.

„Wenn wir uns besser kennen, gerne.“ Er musste schmuzeln. Sie würde ihnen zumindest nicht so viel Angst machen wie Schura. „Sie lernen gerne meine Freunde kennen.“

~
Freunde. Sie waren...Freunde? Cat strahlte. "Ich kann einen Kuchen backen", verkündete sie.

~
Kuchen backen. Und diese Freude, so kindlich und das Messer führt sie wie ein Auftragsmörder. Sie war ungewöhnlich. Aber Slava hatte sie mit ihm allein gelassen, also so gefährlich kann sie nicht sein.

„Kuchen ist toll. - Aber ich muss langsam los... sonst komme ich zu spät und muss wieder Liegestützen machen.“

~
"Und ich mach hier sauber und leg mich nohmal schlafen", erklärte sie Sauber zu machen hatte sie hauptsächlich ihre Finger.

~
„Danke“, Valjan erhob sich und ließ sich den Berg Rehkeulenbraten geben, um ihn in den Gürteltaschen zu verstauen.
Als sie vom Sauber machen redete, dachte er wohl mehr an den Tisch. Viel hatten sie nicht an Geschirr gebraucht, nur die Handarmbrust des Hexers passte nicht ins Bild, warum auch immer die hier lag und irgendwo war noch der Blutstropfen Cats....aber Valjan fand ihn nicht mehr. Weg. Einfach weg. Cat war nicht normal. Man hörte ihn einatmen, wie er sie noch einmal musterte. Vielleicht träumte er ja doch.
Sie durfte wissen, dass es ihm aufgefallen war und, dass er jetzt nicht darauf einging.

„Wir sehen uns“, ein ehrliches Lächeln, vielleicht auch etwas Vorfreude, bevor er sich abwandte um Helm, Stiefel und Mantel wieder anzuziehen.

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Vyacheslav Sokolov
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von: von den Docks
Datum: früh morgens, 12. August 1278
betrifft: wer da ist. Cat ;)
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Sein Haus betrat er schließlich, der Regen hatte fast aufgehört, aber eben nur fast. Er selbst, vor allem aber der Mantel troff vor Nässe und langsam aber sicher was das Wasser auch durch den gewachsten schweren Stoff gesickert. Er ließ den vom Wasser schweren Mantel einfach fallen, sobald er drinnen war, schloss die Türe hinter sich und lehnte sich dagegen, ließ sich einfach daran hinabgleiten, schloss kurz die Augen. Nur ganz kurz...
Es durfte einfach nicht wahr sein. Nicht Jarel. Der war doch wirklich zäh... er stürzte von Bergen und genas wieder... aber auch ein Wolf konnte ertrinken. Er stellte es sich vor, dass er sich in Tau und Segel verhedderte... Sie hatten einst geübt, wie es war mit dem Fallschirm über Wasser abzuspringen. In kontrollierter Umgebung, in einem Schwimmbad mit Rettungstauchern daneben...
Wenn man unglücklich landete und den Schirm nicht schnell genug ausklinkte und sich darin verfingt dann konnte auch ein gestandener Soldat nur wenig ausrichten. Fast wäre einer der Rekruten in der Übung draufgegangen weil er Panik bekommen hatte... dabei waren sie darauf vorbereitet worden. Im Einsatz hatte es ihn zum Glück nie erwischt, er hatte sich schnell genug für andere Dinge qualifiziert, mit dem Fallschirm hatten sie ihn nur selten abwerfen müssen und tatsächlich nie über Wasser.
Fuck. Er bekam die Gedanken einfach nicht los und fand auch gerade nichts um sich abzulenken. Vorerst blieb er einfach sitzen, den Kopf an die Türe gelehnt, den kalten Boden unter sich und den nassen Mantel. Er war müde, ein Erfolg und ein viel zu hoher Preis. Er wollte nicht aufstehen, sonst hätte er nur etwas gesucht um sich einfach bewusstlos zu sauffen.
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Sindra
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Ein ganz leises Rascheln war zu hören, dann legte jemand ein Tuch um seine Schultern und warme Finger – die sich nach dem kalten Nieselregen besonders warm anfühlten – streichelten Slava über die Wange.
Als er die Augen öffnete kniete Cat vor ihm. Der Doppler, der manchmal nichts und manchmal alles auf einmal begriff. Das Wesen, das schon einmal in Jarels Gestalt gesteckt und seine Gefühle und Gedanken geteilt hatte.
Sie trug ein Kleidungsstück, das schwer einzuordnen war.
Eine lange braune Tunika mit bestickten Aufschlägen…Schura! Sie hatte Schuras Kleidung kopiert.
Darunter trug sie allerdings nichts. Was nicht weiter anstößig war, denn in ihrem Fall war das Kleidungsstück knielang und eher als Kleid als als Hemd einzuordnen.
Cat sah ihn aus großen, besorgten Augen an. Mit diesem Gesichtsausdruck wirkte sie wieder ein ganzes Stück jünger.
Ein Doppler war schon ein seltsames Wesen. Definierte sich über die Emotionen anderer. Und in diesem Moment ganz offensichtlich über seine, denn man konnte ihr ansehen, dass sie sich einzig deswegen zusammenriss und ihn nicht umarmte, weil sich das nicht gehörte.
Sie sagte nichts. Aber sie hielt den Augenkontakt und wartete auf irgendwas.
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Vyacheslav Sokolov
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Langsam öffnete Slava die Augen. Er hatte es eigentlich schon geahnt. Zum Glück rann auch ihm gerade noch das Wasser durch die kurzen Haare übers Gesicht, sonst hätte man wohl bemerkt dass mancher Tropfen deutlich salziger war als normaler Regen.
Er ließ dieses Wesen gewähren. Dass sie Schuras Kleidung trug registrierte er nicht einmal, nur dass es nicht die Rüstung war, die sie zuvor getragen hatte.
"Er ist über Bord gegangen... sie waren erfolgreich aber Jarel ist verschollen... Sie suchen ihn."
Noch blieb er sitzen, aber irgendwann musste er ins Warme.
Er erinnerte sich wieder an seine Drohung. Natürlich würde er das nie machen, aber seine Leute hatte er immer angeblafft, vor allem als er noch die Metsch* kommandiert hatte. Solche Burschen packte man eben etwas handfester an. Irgendwie ironisch, nun war er in einer Welt in der man mit Schwertern kämpfte und genau das konnte er nicht.
"Versuch bitte nie, mich zu kopieren..." er seufzte. "...das wär nicht gut für dich."

_______________
*übers. 'das Schwert' seine alte Spezialeinheit
Zuletzt geändert von Vyacheslav Sokolov am Montag 20. März 2023, 21:47, insgesamt 2-mal geändert.
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„Du sein? Nicht freiwillig.“, erklärte sie schief grinsend. Nein. Sokolov würde sie nie kopieren. Das war sicher ähnlich verwirrend wie der Vampir. Oder sogar noch schlimmer. Sie spürte in seiner Nähe immer etwas…anderes. Etwas, dass sich in alle Richtungen Verästelte und überall und nirgendwo gleichzeitig war. Es war schwer in Worte zu fassen. Es war einfach…viel. Unglaublich viel.
Der Ritter war also verloren. Das war sicher schwer zu verkraften, seine Liebe nie lebend wiederzusehen. Wie konnte sie ihn trösten? Gar nicht. Aber sie konnte versuchen zu verhindern, dass er sich den Tod holte und dem Ritter folgte.
„Du musst aus den nassen Klamotten raus.“ Sie überwand ihre Vorbehalte und versuchte Slava hochzuziehen. Kein ‚Sie‘ kein ‚Ser‘ kein 'Chef'. Jetzt und hier waren sie gleich.
„Möchtest du ins Bett oder soll ich einen Zuber vorbereiten? Vorher noch was essen?“
Wenn sie ihn so nicht hoch bekam…welche Gestalt konnte das?
Moore kam nicht in Frage. Sindra war zu schwach. Valentine. Valentine würde gehen.
Aber erst einmal versuchen ihn so hoch zu bekommen.
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Vyacheslav Sokolov
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Er lächelte auch. Er würde sich ersteinmal an die Hoffnung klammern, an die Hoffnung, dass die beiden Hexer ihn fanden. Und sie hatte recht, er würde sich noch erkälten... auch Männer konnte sich eine Blasenentzündung holen, nur dauerte das länger. Aber es war mögllich.
"Ein heisses Bad wäre gut. Und Essen sollte ich auch ab und zu."
Er bwahrte sie jedoch letzlich davor, sich in Valentine zu verwandeln, wenn er in dem Moment geanhnt hätte...
Aber auch sein Ring schwieg.
Er half indem er sich hochstemmte und sich aus den nassen Sachen schälte. Er zeigte auc nicht sehr viel mehr Scheu als der Hexer. Ausserdem war der Doppler ohnehin etwas anderes. Trotzdem wickelte er sich in eine Decke, die immer noch über seinem Stuhl hing, aber eher um ncht auszukühlen. Jetzt gerade hätte es ihn nicht einmal gestört, wenn Jarel ihn bemuttert hätte, wäre er nur einfach da gewesen.
Lustlos nagte er an etwas trockenem Brot, mehr bekam er jetzt nicht runter während er Sindra die Arbeit überließ. Es tat ihm irgendwie leid, aber er sah sich nicht dazu in der Lage. Aber er wollte tatsächlich nicht mehr als im warmen Wasser liegen und etwas dösen. Er schmierte noch etwas von der übrigen Marmelade auf das Brot während er sich den Verlauf des PDAs ansah. Der Puls war etwas zu hoch, der Blutdruck zu niedrig... aber das Gefühl war schlimmer gewesen als die Realität.
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