Kaer Trolde - Mäussack's Keller

Die Skelligen bzw. die Skellige-Inseln gehören zu den nördlichen Königreichen und liegen im nördlichen Meer.
Sie liegen von der Westküste von Cidaris und Verden sowie vom Nordwesten her von Cintra zu erreichen.
Auf den Skellige-Inseln wird ein eigener Dialekt gesprochen.
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Avarion DeSpaire
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Schweigend hörte Ion und nickte zu gegebenen Anlass um zu bekunden, dass er etwas verstanden oder schlicht nur zugehört hatte. Dass die Praktiken ihn ein wenig an die Verlassenen im Apothekarium von Unterstadt erinnerte, lag wohl an der schlichten Tatsache, dass auch sie sich gerne mal die schwächsten einer Gesellschaft suchten um an ihnen herum zu experimentieren. Nicht immer war das Ergebnis am Ende das was man erwartet hatte. Wie viele Menschen hier alleine für die Erschaffung des ersten Hexers ihr Leben gelassen hatten, daran wollte er gar nicht denken. Es würde ihn nicht einmal wundern, wenn das Ziel eigentlich ein ganz anderes gewesen wäre.
Als Mäussack Tee nachgoss, nahm er dankend noch einen weiteren. Er wärmte die von der Reise müden und kalten Knochen und führte zu wohl befinden. Die Hände behielt er die meiste Zeit beide an der Tasse um sie zu wärmen, obwohl ihm eigentlich nicht kalt war.
"Wenn ihr das mit den Hexern so erzählt, kann ich schon ein wenig verstehen, warum sie nun am Rande ihrer Auslöschung stehen." sagte er nachdem Mäussack geendet hatte. Auf dessen Frage zu den magischen Zweigen seiner Welt musste er kurz nachdenken, wie er das ganze am besten einleitete. Er zog seinen Fuß unterm Hintern hervor und setzte sich im Schneidersitz auf die Bank, mit dem Oberkörper leicht nach vorne gebeugt. Mit beiden Ellenbogen stütze er sich auf die Tischkante und ließ den Becher zwischen den Händen hin und her wandern, so das er zwischendurch Worte mit Gesten untermalen konnte.
"Die Magie in meiner Welt ist sehr vielschichtig und man erlebt sie allerorts. Sehr sehr viele sind Magiekundig und zeigen das auch offen. Man wird mit der Fähigkeit geboren und sucht sich einen Lehrer. Bei so vielen Magiebegabten gibt es natürlich auch viele die ihr Wissen weiter geben. Die grobe Ausrichtung der Magie ist in den meisten Fällen festgelegt. Wenn jemand eine Affinität zum Licht hat, wird er Priester oder Paladin. Wohingegen ein Bezug zu Schatten auch zu einer Priesterlehre führen kann, dann aber mit gänzlich anderen Wirkungsfeldern. Ein Lichtpiester wird immer zu einem Heiler ausgebildet, wobei er aber auch lernt, sich mit Lichtzaubern gegen einen Feind zur Wehr zu setzen. Ein Schattenpriester kann auch heilen, zieht mit seinen Erlernten Fähigkeiten aber in den Kampf. Er ist ein Meister der geistigen Zauber. Gedankenkontrolle, Gedankenschlag. Dann gibt es noch Zauber die man Psychischer Schrei nennt. Also alles was Kopfschmerzen macht und die Nerven auf Links dreht." Er hatte mit den Fingern angefangen mit zu zählen, ließ es aber nach dem dritten Zaubernamen gut sein, denn wirklich damit was anfangen konnte der alte Mann vor ihm nicht.
"Mit einer Affinität zu Schatten kann man auch Hexenmeister werden. Dann sind es Schattenblitze, Agonie oder Verderbnis. Hexenmeister haben tatsächlich einen nicht ganz so guten Ruf in unserer Welt was aber weniger an den Zaubern selber liegt, mehr daran das Hexenmeister Dämonen beschwören können, die ihnen dann dienen müssen. Und Dämonen waren schon immer eine Plage in unserer Welt." ein zwei Mal stockte er im Fluss seiner Worte, suchte er nach einer besseren Beschreibung der Fähigkeiten, ohne direkt wie ein Weltuntergang zu klingen. Aber egal wie er es drehte und wendete, es klang immer verboten. "Dann gibt es noch die Affinität zu Feuer, Wasser oder Erde. Mit Feuer kann man ebenfalls in die Lehre bei einem Hexenmeister gehen oder eine Magierschule besuchen. Den Unterschied machen die Dämonen bei den Hexern und die Art des Feuers." Langsam nahm er einen Schluck vom Tee. Sein Hals war trocken vom Reden, redete er sich gerade gefühlt um Kopf und Kragen. Hoffentlich war der alte Mann nicht voreingenommen seiner Professur gegenüber. "Mit Wasser in den Adern wird man Magier, denn der Schamanismus ist uns Elfen nicht zugänglich. Die Tauren, Trolle oder Orks behalten sich den Weg zur Natur und den Geistern vor. Ebenso die Druiden. Bis jetzt habe ich noch keinen Elfen oder Menschen gesehen, der Druide geworden ist. Deshalb war ich bei euch so überrascht. Aber ich habe verstanden, dass das Druidentum hier ein wenig anders funktioniert als bei uns." Kurz hielt er inne.
"Verboten ist nicht die Magie selber, sondern der Weg, den man bestreitet. Immer wenn es eine Bedrohung für die Welt gab, gab es auch Laute, die diese Bedrohung angebetet haben. Es wurden alte böse Götter angebetet, schwarze Drachen, die über die Welt geflogen sind und ihr Antlitz verändert haben. Oder Dämonenanbeter. Ein Kult der gänzlich unerwünscht ist, ist die Nekromantie. Ich wüsste nicht, dass es da Geduldete Praktiken gibt." Nachdenklich rieb sich Ion den Ziegenbart. "Es gab mal einen verderbten Prinzen, der mit einer unheiligen Klinge Tote wieder zum Leben erweckt hatte und diese dann über die Lebenden hergefallen sind. Dieser Bedrohung her zu werden hat viele, viele Opfer gefordert." In Gedanken an Nordend mit seinen verschneiten Bergen verlor er sich einen Herzschlag lang und geriet aus dem Tritt. "Entschuldigt, ich habe den Faden verloren. Habt ihr noch Fragen?"
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Mäussack schwieg dazu. Auch er verachtete die Praktiken, wie Hexer hergestellt wurden. Allein dass man ein Wesen eben produzierte wie eine Ware für den Verkauf, ein Schwert, eine Rüstung, das war abstoßend und verwerflich und durch und durch widernatürlich. Aber genau das waren sie wohl, unnatürliche lebende Schwerter. Und allem zum Trotz nannte er zumindest noch einen davon so etwas wie einen Freund. Er hatte auch Vesemir gekannt und geschätzt, doch der hatte diese Welt mittlerweile hinter sich gelassen. Sein Schüler, der weiße Wolf war einer der wenigen, von denen der alte Druide große Stücke hielt. Bei alle anderen, da mochte Ion wohl recht haben, es war besser, wenn die Zeit langsam ihre Existenz tilgte.
Zur Schilderung der Magie des Elfen nickte der Druide, nachdem er anfänglich sogar widersprechen wollte, aber er stellte fest, dass die Unterschiede gar nicht so groß waren, auch wenn Licht und Schatten keine große Rolle spielten in dieser Welt.
"Auch wir unterscheiden zwischen den Elementen. Feuer, Erde, Wasser Luft... Aber in der Natur liegt das Chaos... daher hat es diesen Namen, liegt die Magie nicht in Reinform vor. Es ist immer eine Mischung aus allen Elementen und wir Druiden nehmen diese Kraft auf wie sie ist. Es gibt Punkte der Kondensation, vielleicht sind diese auch künstlich angelegt worden, sie tragen meist Markierungen der Elfen und dort tritt meist ein Element in Reinform auf, oder vielleicht mit einem weiteren vermischt, dort können Magiebegabte Kraft ziehen. Die Elfen unserer Welt tragen wohl auch noch ein anderes Verständnis für Magie, aber sie teilen es nciht mit uns Menschen. Einst haben sie uns die Magie gelehrt, aber ich fürchte nun bereuen sie es bereits, uns als ihre Schüler angenommen zu haben.
...nur in der Hinsicht sind sich auch hier alle einig. Sowohl die Nekromantie also auch die Blutmagie sind bei uns verboten. Warum es das Feuer ist kann ich euch nicht einmal sagen, das wüßte wohl ein Magier, es heißt aber immer, dass es zu schwer zu kontrollieren wäre."
Hatte er noch Fragen? Hunderttausende.
"Ich denke, für heute nicht mehr. Ihr solltet schlafen und auch ich muss etwas Schlaf finden. Ich zeige euch eurer Bett... und den Abort, ich weiß ja nicht was ihr mit all dem Tee macht, aber ein alter Druide muss ihn auch wieder loswerden."
Er zwinkerte und stand auf um den jungen Elfen zu einem der Nebenräume zu führen.
Er zeigte ihm ein Zimmer, zuerst musste er Karten und einige Bücher von dem Bett weglegen, es roch ein wenig muffig, nach Pergament und nach Papier und Staub.
"Verzeiht, so oft bleiben keine Gäste."
Ansonsten war das Bett mit dem geschnitzten Rahmen aber frisch und sauber, er hatte es lediglich als Ablage verwendet gehabt.
Wandteppiche mit historischen Szenen zierten die sonst kalten steinernen Wände, dazu Bücherregale mit Schriftrollen. Der Druide ließ ihm ein Öllicht da, dann führte er ihn weiter zu einem gemauerten Erker.
"Hier könnt ihr... nun, ihr versteht schon"
Es war nicht mehr als ein Loch in der Burgwand durch die alles hinab ins Meer fiel. Ein polierter Hölzerner Sitz machte die Sitzung etwas bequemer und hielt auch den Wind fern.
"Ihr könnt bleiben solange ihr wollte, denn Fragen werde ich sicherlich noch viele haben."
Er lachte und heilt sich zurück, dem Elfen dabei auf die Schulter zu schlagen.
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Avarion DeSpaire
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Ion griff seinen Mantel und Tasche und folgte Mäussack auf dem Fuße. Den letzten Schluck Tee hatte er herunter gekippt und musste schmunzeln als dieser den natürlichen Drang erwähnte. „In der Tat zieht meine Magieressource Energie aus Lebensmitteln die ich zu mir nehme.“ sagte er als er hinter ihm her ging. „Auf dem Schlachtfeld ist es so, dass ich wenig bis gar nicht meiner Notdurft nachkommen muss. Gesund ist das garantiert nicht, kann aber überaus nützlich sein. In Zeiten des Friedens reinige ich dann über mehrere Wochen hinweg meinen Körper von den Spuren dieser … Ich nenne es Überlebensstrategie.“
Er betrat nach Mäussack das Zimmer und sah sich um. Einfach eingerichtet aber zweckmäßig. Die ganzen Unterlagen auf dem Bett brachten ihn zum Schmunzeln. „Es gibt nichts zu verzeihen. Ich habe euch schließlich mit meiner Anwesenheit überfallen.“ Seine Tasche stellte er neben das Bett ab und den Mantel legte er einfach darüber. „Wenn ich neue Kleidung kreiere sieht es bei mir deutlich schlimmer aus. Dann sind es nicht zur Zeichnungen und Entwürfe, sondern auch Stoffproben, Knöpfe, Borten und Kordeln.“
Als Mäussack alles weggeräumt hatte, folgte er ihm noch zu dem Erker. Zu diesem stillen Örtchen gab es definitiv nichts zu erklären. Er trat einen Schritt zurück und nickte in Mäussacks Richtung. „Euer Angebot ehrt mich. Ich freue mich auf weitere Teestunden.“ Langsam verbeugte er sich leicht. „Ich wünsche euch eine angenehme Nachtruhe.“
Mit diesen Worten wand er sich ab und begab sich auf den Rückweg. Stille hüllte ihn ein und für den Rest des Weges waren nur seine Schritte und das Rascheln der Kleidung zu hören und die natürlich Geräusche die ein mächtiges Gebäude von sich gab. Das Zimmer fand er sofort wieder und betrat den vom Öllicht erleuchteten Raum. Er war tatsächlich müde und doch blieb da dieses nicht zu definierende Gefühl im Magen. Alles war neu und unbekannt und seine Nerven hatten ihm heute mehr als einmal energisch gezeigt, dass sie an Stress noch nicht wieder gewöhnt waren. Sicherheit. Ihm fehlte das Gefühl von Sicherheit. Aber er wusste, wie er das ändern konnte. Er trat an die Tür und verriegelte sie von innen.
Mit schnellen Schritten war er bei seiner Tasche, stellte diese auf das Bett und öffnete sie um eine Schneiderkreide heraus zu holen. er ging in die Mitte des Raumes und zeichnete einen Stern mit fünf zacken ohne die Kreide ein einziges Mal vom Boden zu heben und vervollständige das Bild mit wirren Kombinationsansammlungen von Strichen und Bögen in den freien Bereichen zwischen den Spitzen. Dann stellte er sich an die Spitze und streckte die Hand aus, so dass sie genau über dem Stern am Boden lag. Dann schloss er die Augen und sprach in Gedanken mehrere Worte, die selbst der Stein von Mäussack wahrscheinlich nicht zu übersetzen gewusst hätte.
Eine Beschwörung zu Fuß, sicher ist sicher. Und tatsächlich brauchte er einen Moment lang, bis er Zugang zu der Zeichnung und dem damit verbundenen Objekt der Begierde fand. Zwei Mal hatte er den Arm ausgestreckt und die Energie schien zu verpuffen, bevor er den Weg zu seinem liebsten Freund greifen konnte.
Die Linien aus Kreide am Boden finden an violett zu schimmern und zu schwelen und schon wenige Herzschläge später verwirbelten sie sich zu einer Wolke aus Schatten und Energie. Dann tauchte etwas auf, das gerade mal bis zum Knie des Elfen reichte. Es sah aus wie ein dürrer Kobold mit zwei Hörnern, die leicht nach hinten gebogen waren. Der kleine Dämon war von hellgrüner Farbe und kaum erschienen fing er an im Raum umher zu hüpfen.
Ion sah ihn streng an und deutete ihm still zu sein und sich zu verstecken. Augenblicklich wurde die Gestalt des Wichtels durchscheinend und schließlich unsichtbar. Dann säuberte er den Boden von den Spuren und atmete durch. Sofort löste sich die Anspannung von ihm und er hatte das Gefühl frei atmen zu können. Deutlich ruhiger kehrte er zum Bett zurück und holte seine Robe aus der Tasche. Würde sie noch länger eingerollt darin liegen, würde sie unansehnliche Falten werfen und das war durch schlichtes Aufhängen zu vermeiden. Er schlug das elegante Stück Stoff ein paar Mal kräftig aus und hing es über die Rückenlehne eines Stuhls. Das würde schon genügen. Sein Blick glitt zum Bett zurück und kurz überlegte er, wie viel von dem was er am Körper trug, er ausziehen sollte. Er entschied sich für alles bis auf die Unterwäsche. Wer weiß wann und wie er seine Kleidung hier würde reinigen können. also so wenig wie möglich zur Nacht tragen. Schweiß und Körpergeruch würden diese nur unnötig schnell untragbar machen.
Entkleidet war es doch kälter als gedacht und schnell ging er zum Bett um sich unter die Decke zu legen, die er sich fast bis zur Nase hochzog. Er klopfte auf seine Seite und nur die von Geisterhand entstehenden Vertiefungen im Stoff verrieten, dass der Wichtel aufs Bett geklettert war und sich nun wie eine Katze auf dem Elfen zusammen rollte. Sicherheit. Der kleine Wichtel verschaffte Ion das nötige Gefühl von Sicherheit und sehr schnell fand er Schlaf.
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Auch der Druide legte sich schlafen, bekam allerdings lange kein Auge zu. Das lag nicht nur daran, dass er über die Begegnung nachdachte...
Er spürte, dass Magie gewirkt wurde, was es genau war, das konnte er nicht sagen. Er wartete noch etwas ab, stand dann leise auf und lauschte, konnte aber nichts hören, dann legte er sich auch schlafen. Er würde am nächsten Morgen seinen Gast fragen, was er getan hatte, für heute aber war auch er zu müde.
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Avarion DeSpaire
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Der nächste Morgen begrüßte den jungen Elfen mit Kopfschmerzen dank Alkohol am Vortag. Er fühlte sich verspannt und müde und blieb eine lange Zeit einfach nur auf der Bettkante sitzen mit den Händen durch das Gesicht reibend. Was für ein Tag und was für eine Nacht. Immer wieder war er aufgewacht und musste sich bewusst werden wo er war. Im Traum hatte er eine lange Diskussion mit Toralar geführt und zumindest waren sie sich einig geworden. Er blinzelte ein paar Mal mit seinen grünblauen Augen und musste sich an das Umgebungslicht gewöhnen. Lust auf zu stehen hatte er nicht, aber die körperlichen Bedürfnisse zwangen ihn dann doch irgendwann.
So erhob er sich etwas schwankend und streckte sich ausgiebig den Rücken, der den Komfort der Nacht mit lauten knacken quittierte. Er ging zu seiner Kleidung und zog Hose und Hemd wieder an, die über die Nacht doch kalt geworden waren. Es fröstelte ihn kurz als er hinein schlüpfte und entsprechend hibbelte er herum. Mit reibenden Händen suchte er nach seinen Stiefeln, die er verstreut in dem Zimmer fand. Den einen nahe der Tür und den anderen halb unterm Bett. Ion seufzte und sah gespielt böse zu der Kuhle auf dem Bett, wo er seinen Wichtel vermutete. "Auch für dich. Wir halten uns zurück und sind unsichtbar. Verstanden." Die Kuhle bewegte sich und kurz drauf kam sein Stiefel von der Tür zu ihm gewackelt. "Danke." sagte er leise und setzte sich wieder auf die Bettkante um seine Stiefel wieder an zu ziehen.
Soweit fertig angezogen beugte er sich zu seiner Tasche herunter und nahm ein paar Münzen aus einem der Beutel und steckte diese sich lose in die Hosentasche. Vielleicht fand er in der Stadt doch etwas Stoff um sich noch etwas zum Überziehen nähen zu können. "Du bleibst hier und passt auf meine Tasche auf." sagte er zu dem unsichtbaren Wichtel, erhob sich, nahm seinen Mantel. Er prüfte kurz ob der Stein noch da war und verließ das Zimmer.
Vor der Tür blieb er einen Moment lang stehen und sah sich um, um die Orientierung zurück zu gewinnen. So fand er zielsicher Mäussacks Keller wieder, nachher er sich erleichtert hatte. Er klopfte an die schwere Holztür und wartete einen Augenblick lang.
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Der alte Druide war bereits wach, in seinem Alter brauchte man nicht so viel Schlaf, oder vielleicht beschäftigte ihn auch einfach etwas.
So war er in seinen Arbeitsräumen, als der elfische Gast eintraf.
"Guten Morgen, ich hoffe ihr habt gut geschlafen...? ...Tee?"
Wieder stand eine dampfende Kanne auf dem Tisch. Es sah fast so aus als würde der Druide den ganzen Tag nichts anderes tun als Tee zu trinken und über Büchern zu brüten.
Tatsächlich musterte der alte Mann seinen Gast jedoch aufmerksam. War da etwas zu erkennen?
Welcher Art war die Magie gewesen, die er am Abend gespürt hatte, seine grauen Augen wichen keinen Moment von ihm.
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Avarion DeSpaire
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Mit einem dankbaren nicken trat Ion ein und schmunzelte, als er den Tee sah. "für einen Tee habe ich Zeit." sagte er und steuerte den Tisch an. Er setzte sich an die Stelle, an der er den Abend zuvor auch schon gesessen hatte. Auf dem ersten Blick konnte man keine Veränderung an ihm feststellen und doch war eine sehr Markant. An diesem Morgen waren beide Augen grünblau. Er sah zu Mäussack und fing an zu fragen. "Ich habe noch ein zwei Fragen. Komme ich problemlos rein und raus aus der Burg. Gibt es eine Parole oder so etwas?"
Dankbar nahm er den Tee zur Hand und pustete über die Oberfläche, um ihn dann vorsichtig schluck für schluck trinken zu können. Erst jetzt bemerkte er den Blick des Druiden und hielt in der Bewegung inne. Ob er bemerkt hatte, dass er seinen Schmusewichtel gerufen hatte. "Alles in Ordnung?"
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Der Druide musterte ihn aufmerksam.
"Das Hängt ganz davon ab... eure Augen, was ist damit? Ihr habt gestern Magie gewirkt. Ich hab es euch auch nicht verboten, aber üblicherweise informiert man den Hausherren, wenn man vorhat Zauber zu wirken... Ich mache euch keine Vorwürfe, ihr seid fremd, dennoch wüsste ich es gerne... und davon hängt es auch ab, ob ihr in der Burg auch ohne behelligt zu werden ein und aus gehen könnt."
Er goss ihm Tee ein. Seine Stimme verriet keine Feindseligkeit, viel mehr Besorgnis.
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Ohne weiter zu trinken stellte er den Becher ab, behielt aber beide Hände darum. "Sie sind beide Blau?" fragte er, was aber eher eine rhetorische Frage war. Er senkte den Blick und atmete durch. "Das mit den Augen ist so eine Sache." Noch einmal atmete er durch und sah ihn dann direkt an. "Ich bin seit meiner Geburt verflucht. Jeder Männliche Nachkomme meiner Familie wird mit einem Dämon im Körper geboren. So wie mein Vater und seine Vorfahren und leider tragen auch meine Söhne diesen Fluch." Er ließ die Erkenntnis ein wenig sacken und sah wieder auf den Tee, den er langsam im Kreis schwenkte und beobachtete, wie er dank Zentrifugalkraft am Rand des Bechers hochkroch.
"Bei meinen Kindern konnten wir die Dämonen im frühen Alter entfernen, bevor diese aktiv wurden. Bei mir funktioniert das nicht so leicht. Der Dämon in mir ist schon zu lange aktiv gewesen und wird er entfernen, vergiftet mich mein eigenes Blut, weil es durchsetzt ist mit seinen dämonischen Essenzen. Es macht mir das zaubern leichter zu wirken, es kann mich schneller machen, wenn der Dämon mithilft. Ist er da, läuft mein Auge violett an. Ist er der Führende und ich unterdrückt, sind beide Augen violett." Ein wenig hatte Ion bedenken, ob das gesagt nicht zu viel für den alten Mann war und ob er jetzt den guten Willen ausgenutzt hatte. Er hatte alles in die Waagschale geworfen und probierte es mit brutaler Ehrlichkeit. "Ich kann ihn nicht immer unterdrücken, gerade wenn es Nacht wird, ist es seine Zeit. Toralar, so heißt er, nennt sich selber einen Traumschmied. Am liebsten dringt er in die Träume von Frauen ein um sie nach seinem Willen zu verändern, natürlich sehr gerne feuchtfröhlich."
Etwas resignierend zuckte er mit den Schultern. "Wir arrangieren uns irgendwie und letzte Nacht habe ich mit ihm lange diskutiert, was seine Kommentare und Aktivitäten angeht, die er gerne mitten in meine Gedanken wirft. Das bringt mich schon mal aus dem Konzept und würde ihn und mich schneller verraten. In meiner Welt reagieren die Leute schon empfindlich auf diese Tatsache. Für hier fürchte ich, bringt mich seine Entdeckung direkt auf den Scheiterhaufen."
Nun hieß es die Katze endgültig aus dem Sack zu lassen. "Ich habe letzte Nacht bevor ich zu Bett gegangen bin einen Aufpasser gerufen, der auf mich und meine Sachen aufpasst, damit ich schlafen kann. Andere können ihn nicht sehen, wenn ich es ihm nicht erlaube. Ich kann dank eines Zaubers, Unsichtbares sehen und somit auch ihn."
Noch ein letztes Mal atmete er seufzend aus. "Ich hätte es euch direkt sagen sollen. Ich bin zu Gast hier und es war nicht richtig. Es tut mir sehr leid. Wenn ihr möchtet, das ich gehe, kann ich das gut verstehen und werde es auch umgehend machen." Tatsächlich empfand er gerade sogar ehrliche Reue und schimpfte sich in Gedanken einen Idioten, dass er so sorglos mit seinen Fähigkeiten umgegangen war. Nur ganz kurz schimmerte sein Auge wieder violett auf, verschwand aber wieder. Das gehässige Lachen im Hinterkopf konnte Mäussack zum Glück nicht hören. Auch den bissigen Kommentar nicht, den Ion Toralar in Gedanken an den Kopf warf. Vielleicht huschten ein paar seine Gedanken in den passenden Ausdrücken über sein Gesicht, aber selber sehen konnte er das nicht.
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Manche sagten, er wäre zu gutmütig, und vielleicht hatten sie recht. Manchmal ließ er sich tatsächlich auf der Nase herumtanzen... ob er sich ein wertvolles Artefakt von einem Hexer und seiner Magiergespielin stehlen ließ, nur um zu sehen was sie damit anstellen konnten oder ob er nun diesem Elfen erlaubte, hier seine Dämonen zu beschwören. Zunächst blickte er noch streng, doch ein Lächeln stahl sich viel zu schnell wieder in seinen Blick.
"Ich will ihn sehen, diesen Traumschmied. Hier wird man euch nicht gleich dafür verbrennen, einfach weil es uns fremd ist. Es kann sein, dass ihr euch irgendwann den Ärger der Bruderschaft der Zauberer in Ban Ard zuzieht... aber es kann auch genauso gut sein, dass man von euch lernen will. So oder so, ich bin droh, dass ihr nichts verheimlichen wollt... Manchmal ist es so einfach, wenn man einfach fragt..." er schüttelte den Kopf. Hätten besagte Gäste damals einfach erklärt was sie brauchten... und wozu... statt dessen hatten sie die Maske einfach gestohlen. "Ihr könnt hier ein und ausgehen solange ihr wollt."
Den Farbwechsel beobachtete er dabei jedoch mit gemischten Gefühlen.
Übernahm tatsächlich kurz der Dämon die Kontrolle?
Es gab keine Garantie, dass er dem Fremden auch vertrauen konnte, doch letztlich siegte die Neugier.
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Avarion DeSpaire
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Ion verschluckte sich fast an dem Schluck Tee, als Mäussack sagte, er wolle Toralar kennen lernen. Hustend sah er den alten Mann an und räusperte sich mehrmals um das kratzen im Hals wieder los zu werden. "Jetzt?" fragte er in Richtung des Druiden und zuckte mit den Schultern. Sein Blick senkte sich auf den Tisch und seine ganze Haltung änderte sich.
Von einem Atemzug zum anderen wirkte er selbstbewusst und ein wenig arrogant. ein leicht selbstgefälliges grinsen schlich sich auf seine Gesichtszüge und wer den Elfen kannte, brauchte nicht in die Augen zu sehen, um zu sehen, das sie nun beide dunkel violett waren. Mit einer fließenden schnellen Bewegung erhob er sich und trat einen Schritt zurück. "Wie ihr wünscht." kam es dunkler und melodischer über seine Lippen. Er hob langsam den Kopf und sah Mäussack direkt an. Langsam streckte er beide Arme nach rechts und links auf und drehte sich langsam einmal um die eigene Achse, wobei er den Blick so lange es ging auf den Menschen gerichtet ließ.
Es passierte noch mehr mit dem Elfen, aber es waren alles nur kleine Veränderungen. Das Violett der Augen überflutete jegliches Weiß des Augapfels und schien aus den äußeren Augenwinkeln heraus zu laufen, denn feine geschwungene Linien, die kunstvoll gemalt wirkten wanderten ein wenig die die Stirn hoch und die Wange herunter.
Seine Aura schien zu flackern und Hitze zu produzieren, obwohl es tatsächlich nicht wärmer wurde. Aber die langen Haare des Elfen fingen sich zu bewegen, als würde ein lauer Wind durch den Raum fegen und mit den silbernen Strähnen spielen.
Zu guter Letzt wurden die letzten Glieder seiner Fingerspitzen dunkler, als leide Ion an Erfrierungen.
Ebenso langsam wie er sich gedreht hatte, nahm er die Arme wieder herunter und legte neugierig den Kopf leicht auf die Seite. Er stand ein paar Schritt von Mäussack entfernt und musterte nun ungeniert diesen. Dabei sah es so aus, als ob er den alten Mann mit blicken fast schon auszog.
Er schmunzelte und legte in einer fließenden Bewegung den Kopf auf der anderen Seite etwas schief. Die Bewegung hatte etwas von einem lauernden Tier, das seine Beute nicht aus den Augen lassen wollte. "Was wollt ihr von mir? Schlafstörungen oder gar was anderes? Ich muss euch enttäuschen. Ihr seid nicht mein Typ." Lässig verlagerte er sein Gewicht auf ein Bein und verschränkte die Arme vor der Brust. "Falls ihr Hörner oder Flügel erwartet habt, so muss ich euch enttäuschen. In diesem Körper ist es mir nicht möglich meine wahre Gestalt an zu nehmen."
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