Est Tayiar - die verfluchte Elfenstadt

Der Landstrich im Pontar Delta und südlich von Nowigrad wird 'Grashügel' genannt, diese Grenzen an Graufeld, bereits ein Teil von Velen.
Südöstlich des Pontar liegen die Sturmfelder.
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Reuven von Sorokin
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Für Reuven dagegen war es ein Tanz zwischen Schwertklingen. Glas war nicht so reichlich vorhanden, dass er es oft genug hatte brechen sehen um an Glassplitter zu denken (außerdem brach Butzenglas ganz anders) und auch Rasierklingen waren noch nicht erfunden, daher dachte in der Metapher, die er kannte. Und für ihn fühlte es sich eben so an, eine falsche Drehung, eine falsche Bewegung und es schnitt ihm tief ins Fleisch. Für die Schönheit des Waldes hatte er derzeit keinen Blick übrig
Dafür war da eine Stimme in seinem Kopf, gegen die er sich sofort mit aller Kraft stemmte.
"Ihr kennt also meinen Namen... netter Trick, aber ich mag es nicht, wenn man in meinem Kopf herumwühlt, dass solltet ihr auch gesehen haben."
Irgendwie war es seine größte Sorge, dass sie etwas durcheinander bringen könnte und er fand am Ende nicht mehr was er suchte, war auch so oft schon schwer genug. Er hätte auch darüber nachdenken können, dass sich so wohl anderer Mensch fühlen musste, dem er seinen Willen mit Axii aufzwang, was er nur zu gerne tat, aber soweit reflektierte er nicht.
"Nennt ihr mir auch euren Namen?" er rang sich ein Lächeln ab.
Geheimnisse, die er hüten wollte gab es tatsächlich nur eines, und je länger r sie sah umso unheimlicher wurde sie ihm und umso weniger brauchte er noch Bestätigung. Aber er musste trotz allem sicher gehen ehe er irgendwen erschlug.
Wie er sich dabei fühlte?
Scheiße.
Das war zwar keine ganze präzise Aussage kam aber dem Kern ganz treffend nahe.
Schmerzen, Schwäche, Schwindelgefühl. Er wußte gut genug, dass er dieses Mal noch knapper als sonst dem Tod von der Schippe gesprungen war.
Rippen gebrochen? Ach ja, das musste passiert sein als ihn der Bies an die Wand geschleudert hatte. Hatte er schon fast wieder vergessen.
"...eine präzise Schilderung... stimmt, so heißen die Dinger, Nieren. Vergesse ich ständig." Er überging es mit einem Grinsen.
"Hervorragend würde ich sagen, ich lebe doch noch, liege ganz idyllisch in einem Wald...." und da sagte man Hexer könnten nicht lügen. Vielleicht stimmte es sogar, aber der hier konnte scherzen.
'...umgeben von schönen Frauen...' ließ er dann doch aus. Soo gut ging es ihm dann doch noch nicht.
Die Eichhörnchen.
Sie standen Hexern nicht grundsätzlich feindlich gegenüber, auch wenn die meisten Hexer ursprünglich Menschen gewesen waren, zählten diese sie zumindest meist zu den Anderlingen.
Dass die Schule der Katzen eigentlich auf einen Aen Seidhe zurückging, das wussten nur wenige. Und dass man wohl allen Hexern auch elfische Mutagene verabreicht hatte sah man ihm zumindest nicht an. Aber woher hatten die Hexer wohl ihr langes Leben? Die Nekkermutagene waren es wohl kaum. Das würde die Eichhörnchen aber weniger interessieren, auch wenn sie in ihm einen Anderling sahen, dann aber einen der für die Dh'oine arbeitete, nicht besser als die anderen angepassten Zwerge und Halblinge und Elfen.
Dass er Reynegh kannte... vermutlich auch kein Bonus. Und er suchte in der Menge nach einem anderen bekannten Gesicht mit kurz geschorenem Haar, fand sie aber nicht. Es würde nicht leicht werden. aber wer hatte das je behauptet?
Was er tun wollte wusste er nicht genau, aber erst einmal ohnehin gar nichts. So schnell würde er nicht wieder auf die Beine kommen. Und so lädiert wie sein Unterlaib war würde er nicht einmal die Gesellschaft der vielen hübschen Elfinnen genießen können.
Rhiaenna brachte ihm Wasser und funkelte ihn an als hätte die eben erraten was er dachte.
Gierig trank er. "Kann ich noch mehr haben"
Aber da war noch etwas...
"...ich will nicht in eurer Schuld stehen... Eurer und der eurer Leute. Ich habe nicht viel von Wert und gerade auch kein Geld, aber der Bies, den ich erschlagen habe, der ist was wert. Schickt wen, schlagt ihm den Kopf ab und bringt ihn zum Adjutanten des Vorstandes vom Handelsrat in Nowigrad. Edwin Karolus. Bestellt ihm Grüße von mir und lasst euch nicht unter 900 Kronen drücken, es war ein Bies, kein Tschort... diese 900 Kronen gehören euch, mehr kann ich euch leider nicht geben."
Besser als nichts. Der Bies würde sowieso verfaulen ehe er wieder auf den Beinen war, dann war die Summe ganz verloren. So hatte sie wenigstens noch den Nutzen, seine Schuld zu begleichen. Andere verkauften ihr Leben sehr viel billiger. Wobei, das der Hexe hatte wohl einen ähnlichen Preis, rechnete man mit ein, dass der Mistkerl für das Pferd sicher ein wenig mehr veranschlagt hatte.
Und er blickte sich noch aus einem anderen Grund um.
"Meine Tasche? Ist die noch am Pferd?"
Sindra... es ging ihr gut.
Er war durchaus erleichtert über den Umstand. Weniger aber darüber, wie sie die Hexe anhimmelte, die er erschlagen sollte. Und wie sie ihre Augenfarbe kopierte.
Und ihm kam ein perfider Gedanke, auch wenn er ihn nicht sofort umsetzen konnte, aber das war zumindest die Lösung für ein Problem...
Denn selbst wenn es ihm gelang, die Hexe zu erschlagen, der sie hier so viel Respekt entgegenbrachten, der ganze Wald würd ihn verfolgen und er kaum lebend rauskommen. Es sei denn, sie begleitete ihn hinaus.
Er wußte mittlerweile, dass Sindra nur eine Berührung genügte.
Dass man seiner Mine diesen brillanten Einfall nicht sofort ansah verdankte er nun eher der Durchtriebenheit, die man den Katern nachsah und die auch er bis zu einem gewissen grad sein eigen nannte, und zwar bis genau zu der Grenze an der seine mangende Konzentration wieder alles zunichte machte.
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Emyja
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Er wehrte sich, aber so einfach ließ sich die Hexe nicht beeindrucken oder abwehren. Er war schwach, erstaunlich schwach im Geiste für einen Hexer - vielleicht lag es auch an den Nachwehen der Verwundung. Jedenfalls kamen ihr seine Bemühungen, ihre Sinne aus seinem Verstand zu werfen wie kindliche Versuche vor, einen Erwachsenen fortzustoßen. Das, was ihre Lippen umspielte, mochte als Lächeln gedeutet werden, auch wenn es sehr schwach war. In ihren Augen allerdings glomm der Funke des Triumphes unverholen. Sie war mächtig, sie fühlte und sah, dass er das genau wusste und sie genoss das Gefühl der Macht. Es bestärkte sie nur in ihrem Tun. Nie wieder würde sie sich so ohnmächtig fühlen wie in den Händen dieser Ritter vor der brennenden Pavrina, gebunden in jene abscheulichen Fesseln oder wie dort oben am Pfahl inmitten der Flammen ihres eigenen Untergangs. Sie war auferstanden aus der Asche und sie war mächtiger als je zuvor - sie wollte, dass es ein jeder wusste,
"Dies ist Est Tayiar, Reuven, es ist egal, was du magst.", erwiderte sie mit samtigem Akzent und ließ die gleichen Worte auch durch seinen Kopf rieseln, sodass es wie ein merkwürdiges Echo klingen musste. Ein Spiel, eine Demonstration, die sagen wollte: Ich bin noch da und ich gehe erst, wenn es mir beliebt.
"Die Scoia'tael nennen mich Deithvirid.", was er bereits wusste, aber mehr würde sie ihm nicht geben. Etwas ließ sie vorsichtig werden. Sie lauschte weiter in seinem Kopf, doch sie stöberte nicht, hing nur dort im Geflecht seiner Gefühle und Gedanken - vorerst. Er redete einfach zu viel und sich auf beides zu konzentrieren kostete auch sie eine Menge Kraft. Es war auch gar nicht wirklich nötig zu stöbern, denn bei aller Großspurigkeit war er doch ein recht simples Gemüt, wenn man einmal Zugang hatte. Nicht so leicht zu lesen wie der Doppler, aber in seinen Grundzügen fast schon schmerzhaft typisch männlich. Und ein erbärmlicher Lügner, aber vielleicht lag das auch nur an der festen Kralle, die sie in seinem Gehirn verankert hielt und welche verhinderte, dass er sie täuschte. Eine ihrer Brauen zuckte bei seinen Worten allerdings in die Höhe, unwillkürlich. So gut ging es ihm denn also schon? Oder waren derlei Gedanken Reflex?
Noch während er vom Bies redete, schwärmten ihre Sinne wie Tentakel aus und griffen nach nahestehenden Untergebenen, schickten den einen die Tasche holen und an andere erging der stumme Befehl, sich fertig zu machen und nach dem Kadaver zu suchen. Emyja war nicht so selbstgefällig, dass sie eine Summe dieser Höhe ausschlagen würde. Sie brauchten jede Münze für Ausrüstung und Verpflegung, Heilmittel und andere Dinge. Sicher erwarben sie viel aus den Börsen ihrer Opfer, aber leicht verdientes Geld nahm auch die Hexe gern mit. Kurz durch dieses Manöver abgelenkt, entging ihr der entscheidende Gedanke und rettete dem unglücklich gestrandeten Hexer wohl den Hals. Jener würde sich dafür wundern, woher die plötzliche Betriebsamkeit kam und das tatsächlich jemand ohne Aufforderung seine Satteltaschen zu seinem Lager schleppte.
Dafür las Emyja deutlich, dass Sindra wohl wirklich Sorge in diesem Mutanten auslöste. Sorge. In einem Hexer. Wie überaus seltsam, aber sie nahm es als gegeben hin und verflocht ihre Finger warm mit denen des Mädchens. Einmal noch ließ sie Reuven spüren, dass sie noch immer in seinem Kopf war, wie ein unangenehmes Kratzen am hinteren Rand seines Schädels, dann zog sie sich zurück. Sie ging, wurde nicht hinaus geworfen... dazu fehlte ihm die Kraft, das wussten sie nun beide. Sie lächelte, doch das Lächeln erreichte ihre Augen nicht. "Man wird dafür Sorge tragen. Ruh dich aus." "Ich sehe mit tausend Augen..." Eine unmissverständliche Warnung, nur für ihn allein, dann wandte sie sich Sindra zu, deren Augen nun die gleiche Farbe hatten wie ihre eigenen. Etwas verblüfft hob sie die Brauen und berührte mit der freien Hand die Wange des Mädchens.
"Komm, ich habe eine paar Fragen." Nun zog Milde in die grünen Augen, ein Ausdruck, den die Hexe nur für Mädchen und junge Frauen reserviert hatte. "Aber blau haben mir deine Augen besser gefallen, Sindra." Sie lächelte und zog den Doppler mit sich, ohne Reuven noch weiter zu beachten. Und Sindra folgte ihr ergeben, ohne einen weiteren Blick zurück, während Rhiaenna einen weiteren Becher mit Wasser an Reuvens Lager brachte.

Emyja führte Sindra in einen halb verfallenen Pavillon, der durch Efeu und wilde Rosen fast schon kitschig romantisch wirkte. Um einen steinernen Tisch verlief eine ebenso steinerne Bank entlang der Wand, auf die die Hexe sich nieder ließ und Sindra bedeutete, sich zu ihr zu setzen. Deutlich sanfter, aber dafür tiefgreifender wand sie sich in die emotionale Welt des Mädchens, schmiegte sich regelrecht hinein, löste den letzten Funken Argwohn gegen sie und weichte die Verbindung zum Hexer mehr und mehr auf. Sie konnte spüren, wie der Doppler sich kampflos ergab. Emyja lohnte es ihr mit Freundlichkeit.
"Ich bin noch nie einem Doppler begegnet...", begann sie durchaus ehrlich und zugleich interessiert. "Kannst du jeden nachahmen? Und die Kleidung dazu?" Emyja war schon immer voller Wissbegier und wissenschaftlicher Neugierde gewesen, aber seit Alain sich zuweilen in ihre Gedanken einmischte, war es fast noch schlimmer geworden. "Was noch? Die Art und Weise? Gedanken?" Welche Möglichkeiten sich mit so einem Wesen in den eigenen Reihen böten! Ein der Sache treuer Doppler, mit dem man nahezu jede Einrichtung der Menschen infiltrieren könnte. "Ich möchte genau wissen, wie das vonstatten geht und dann möchte ich wissen, woher du deine Formen hast. Die, die du schon annehmen kannst - den Hauptmann zum Beispiel."
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Sindra
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Registriert: Donnerstag 9. Juni 2022, 11:16

Der Doppler bestaunte den Pavillon mit großen Augen. Großen…blauen Augen.
Der Herren gefiel das blau besser. Die Herrin würde blau bekommen.
Die Herrin würde ALLES bekommen.
Der Doppler packte aus. Ohne irgendwas zurückzuhalten. Ohne die Spur von Misstrauen.
„Ich kann fast jeden nachahmen, der ungefähr so groß und so schwer ist wie ich. Zumindest alle, denen ich bisher begegnet bin.“, plauderte sie offen und ehrlich.
„So was wie ne Riesenspinne hab ich noch nicht versucht. Wäre vielleicht mal witzig. Oder ein Monster. Aber das mit den Erinnerungen, das kann böse nach hinten los gehen.“
Endlich setzte der Doppler sich und zog die Beine unter den Körper. So sah sie noch jünger aus. Fast wie ein Kind. Und ebenso arglos erzählte sich auch.
„Mit dem Körper kopiere ich auch die letzten Gedanken und den Verstand. Leider nicht alle Erinnerungen. Zumindest nicht oft. Das war beim Hauptmann schlimm. Der war so schlau und so stark hier…“ Sie tippte sich an die Schläfe. „…dass für mich kaum noch Platz im eigenen Kopf war. Bin schon froh, dass wir es bis hierher geschafft haben. Ich hab auch mal einen Vampir kopiert. Die Macht ist mir ordentlich zu Kopf gestiegen. War nicht so witzig.“, erklärte Sindra ungeniert.
„Der Hauptmann ist der Chef der Stadtwache. Hohes Tier. Viel zu sagen. Und soooo schlau.“
Sie seufzte. „Und stur. Und stark. Den mag ich nicht nochmal kopieren. Dann doch lieber nochmal den Vampir. Soll ich jemanden für dich kopieren?“
Der Doppler lächelte, strahlte die Hexe regelrecht an. Sie hatte sie so sehr um den Finger gewickelt, dass sie alles von ihr bekommen würde, wenn sie nur danach verlangte.
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Reuven von Sorokin
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Registriert: Mittwoch 12. Januar 2022, 18:38

Viel mehr als genervt mit den Augen zu rollen blieb Reuven nicht, er war an das Krankenlager gefesselt - natürlich nur sinngemäß, nicht wörtlich, aber es lief auf's gleiche hinaus. Er konnte sich so gut wie gar nicht bewegen und die Schmerzen hatten ihn geschwächt und mürbe gemacht. Er hatte dieser Hexe und ihren magischen Übergriffen schlichtweg nichts entgegen zu setzen.
Und es war ihr egal, was er dachte und wollte... sie versuchte nicht einmal seine Sympathie zu gewinnen oder ihn auf ihre Seite zu ziehen. Sie hätte ihn fragen können, wer er war... statt dessen griff sie einfach nach seinem Verstand, als wäre sie es gewohnt, dass man ihr feindlich gegenüber trat und sie sich mit Gewalt nehmen musste was man ihr nciht freiwillig gab. Das war das Benehmen eines Banditen und Räubers.
Dabei hätte er ihr ja sogar gesagt dass er einen Auftrag für ihren Kopf hatte, vielleicht hätte er ihr sogar wirklich geholfen zu entkommen, hätte er auch nur ansatzweise den Eindruck gewonnen, dass sie für etwa gerechtes kämpfte, dass sie nur flog und überleben wollte... er hatte es dem Ritter der Flammenrose versprochen und er hätte es auch eingehalten.
Doch so sah die Sache nun einmal aus. Sie drang ohne mit der Wimper zu zucken in seinen Verstand ein und setzte sich über seinen noch für seine Verhältnisse höflichen Hinweis derart verächtlich hinweg...
Dass es sich um die richtige handeln musste, daran hegte er nun kaum noch Zweifel, auch wenn er für seinen Auftraggeber persönlich nur wenig Sympathie übrig hatte, die Beweggründe mochten wohl gerecht sein. Diese Hexe war gefährlich und er hatte gut daran getan einen Auftrag für sie auszuschreiben.
Deithvirid also...
Gut, er wußte ohnehin wer sie war.
So viele mächtige Hexen gab es nicht um hier groß an eine dumme Verwechslung glauben zu wollen. Ihr Kopf würde rollen, so oder so. Nur musste er dazu erst einmal selbst heil entkommen.
Und sie ging nicht einmal jetzt aus seinem Kopf.
Wollte ihn zur Ruhe zwingen... machte ihm klar, dass sie ihn beobachtete... aus tausend Augen.
Verdammt, gerade würde er lieber noch einmal mit dem Hym bei einem Bier verhandeln als hier zu sein...
Und dann verließ sie ihn doch, im Geist und auch körperlich zusammen mit Sindra.

Dass sie per Befehl ihrer Gedanken ihr Leute kommandierte konnte er nicht erkennen, geändert hätte es aber wohl auch wenig. Dass wie auf ein unsichtbares Kommando Aktivität aufkam, das jedoch sah er. Aber was wusste er schon über die Eichhörnchen... Hatte er einen Pfiff überhört, etwas dass er den Hintergrundgeräuschen des Waldes zugeordnet hatte weil er nicht darauf geachtet hatte? So war es wohl...

Und sie hatte den Doppler um den Finger gewickelt... das arme naive Geschöpf... das er zu gegebenermaßen ja auch ausnützte, irgendwie, aber auch zu ihrer gegenseitigem Spaß... was tat er schon? Es hatte ihr immer gefallen... Und was hatte diese Hexe nun vor? Sicher ganz andere Dinge...
Und dass sie nun dieser Hexe folgte wie ein kleines Schoßhündchen fühlte sich überraschend schmerzhaft an.
Ob es daran lag, dass man sich auch als Hexer durchaus daran gewöhnen konnte vergöttert zu werden, gerade dann wenn man in seiner Zunft immer damit haderte, dass ein anderer den Ruhm erntete für Aufträge, die nicht gefährlicher oder komplizierter waren, nur weil er irgendwie mehr Glück hatte oder einen Barden der über ihn sang... während man selbst... Während er langsam den Eindruck gewann, irgendwer anders hielt die Fäden seines Lebens in der Hand und stellte sich dabei furchtbar dämlich an.

Und dann dauerte es nciht lange und die Elfen brachten ihm Wasser, und rissen ihn aus den Gedanken, die er nun zum Glück doch wieder für sich alleine hatte. Es war wieder diese Frau, sie schien die Leitung über das Krankenlager zu haben... Aber ihrem Blick las er deutlich ab, was sie von ihm hielt, sie brauchte er erst gar nicht zu dieser Rothaarigen Bestie befragen.
Trotzdem trank er dankbar, verlangte noch mehr.
Seine Tasche brachte man ihm auch, er nahm sie an sich, kurz zuckte der junge Elf nervös zusammen als er nach dem Schwert griff und war schon dabei, seinen Dolch zu ziehen, dabei hatte der Hexer die Tasche nur schlecht zu greifen bekommen, er hob sofort beruhigend die Hand, nein, er hatte nicht vor eine Waffe zu ziehen. hier war man aber ganz schön nervös...
Er suchte statt dessen in dem Papierfach, zog den Auftrag heraus und richte ihn dem jungen Elfen.
"Hier, das braucht ihr vielleicht um an die Belohnung zu kommen..."
Der Junge Elf griff schnell nach dem Pergament sah es nur kurz an, als wüsste er längst worum es ging.
Irgendwie hatte die Hexe es geschafft, sie alle zu informieren... Auch wenn Hexer nicht als besonders feinfühlig galten, so war das vielmehr die Schwäche, auf die Beobachtungen adäquat zu reagieren. Er war bei weitem nicht blind für die Stimmung im Lager und für die unterschwellige Anspannung, Furcht und Bedrohung. Sie war fast greifbar. Doch es wahrnehmen und gegenüber einem anderen tröstende Worte zu finden waren zwei vollkommen andere Ding für ihn.
Ehe der junge Mann ihm die Tasche wegnehmen konnte suchte er weiter darin, doch der Elf machte keine Anstalten. Man schätzte die Gefahr, die durch einen bewaffneten Hexer hier ausging wohl nicht besonders hoch ein. Zurecht gerade im Moment... aber auch das wirkte sich nicht besser auf seine Stimmung aus.
Die Tasche blieb bei ihm, er würde seine Schwerter nicht wieder aus der Hand geben...
Er sah dem Elfen noch nach, wie er behände zwischen den Bäumen und Steinen verschwand.
Dann erst wühlte er darin und er auch noch einen Flakon mit Schwalbe, und der war nicht beschädigt. Er war durchaus erleichtert.
dann kippte er die Schwalbe runter, den ganzen Flakon. Er konnte alles brauchen was er bekommen konnte, leckte sogar noch den letzten Tropfen aus dem gläsernen Hals...
Er ließ sich zurück auf das Lager sinken, beobachtete noch eine Weile die Zweige der Bäume über ihm, die Schatten in den Ruinen...
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