Zwischen Jupiter und Limansk

Limansk
im westlichen teil der Zone, östlich von Pripyat - von Pripyat, die geheime Forschungsstadt ist heute ein leerer Ort, von den früheren Bewohnern verlassen ist Limansk heute dermaßen von Annomalien verseucht, dass kaum jemand einen fuß in diese Stadt setzt. Nur die Monolithen und vereinzelte Banditen verirren sich hierher.

der Rote Wald
Der rote Wald befindet sich in der Nähe vom Zentrum der Zone, nicht weit von Limansk. An dem Wald entlang führt eine Straße zur Brücke nach Limansk, wo sich auch der Tunnel (vom Strelok gesprengt) und Eingang zum Wald selbst befinden. Der rote Wald trägt seinen Namen nicht von ungefähr. Nach der ersten Katastrophe haben sich die Nadeln von Bäumen rot verfärbt. Im Norden gibt es eine alte Mine. Die Mine selbst ist von Renegaten besetzt. IM Hauptgebäude lebt eine der Legenden der Zone - Förster. Und da sind auch noch Wächter, die den Übergang bewachen. Und im Wald selbst kämpfen ein paar freie Stalker mit Mutanten ums Überleben. Im Nord-Osten befindet sich eine Teleport-Anomalie, die zum Haus des Försters führt. Daneben steht ein defekter Panzer. Wie er dahin geraten ist, ist ein weiteres Rätsel der Zone.
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Viktor
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Die Hunde ließen sich bei ihrem Mahl nicht stören und der Wind stand günstig, so dass Lew und Amir problemlos zu ihm aufschließen konnten. Während er wartete, hatte er immer wieder durch sein Zielfernrohr gespäht, aber außer ein paar Fetzen Stoff zwischen den schweren Hundekörpern nichts erkennen können. Kleine Brüder., hatte das Mädchen sie genannt, ging es ihm durch den Kopf. Wieso dachte er ausgerechnet jetzt wieder an sie? Weil sie es nicht mochte, wenn man ihre kleinen Brüder nieder schoss? Viktor war nicht abergläubisch - zumindest nicht über das normale Maß eines orthodoxen Christen hinaus. Das System war auch an ihm nicht spurlos vorüber gegangen und so nahm der Glaube einen wohl definierten Raum in seinem Verstand ein, gut gekennzeichnet und abgesteckt, damit man ihn beiseite schieben konnte, wenn dies verlangt wurde. Aber ganz austreiben hatte man ihn nie können, dafür hatte seine Babuschka gesorgt, die den kleinen Viktor dereinst mit wundersamen Geschichten aus einem Buch mit Goldschnitt gefüttert hatte. Und mit Werten und Weisheiten, die ihm heute noch in den Kopf kamen, wenn er vor manchen Entscheidungen stand - oder den Entscheidungen anderer. Vermutlich hatte er deswegen stets nur so halb ins Profil gepasst, immer ein wenig geklemmt. Und oft genug hatte er sich gefragt, warum ihm das all seine Vorgesetzten immer wieder hatten durchgehen lassen.
Nur eines wusste er: das Mädchen war realer als sein Gott es war und sie hasste Schüsse, egal auf wen oder was. Seit der Begegnung fühlte er sich ständig von ihr beobachtet und dachte über jeden Schuss auf Zonen-Kreaturen zwei mal nach. Ganz so wie bei jedem Schuss auf einen anderen Menschen - zumindest wenn Zeit zum Denken blieb. Oft genug leider nicht der Fall. Immerhin war er kein Sniper, der sich stundenlang die Wampe im Dreck platt lag und darüber sinnierte, wem er zuerst ein neues Loch in den Schädel stanzte.
Sniper. Innerlich horchte er auf. Wieso verwendete er dieses Wort, wenn auch nur in Gedanken? Zwar war das russische 'Snajper' einfach davon übernommen, aber es klang anders - gesagt wie gedacht.
Amirs Worte unterbrachen seine Gedanken. Am liebsten hätte er ihn auf den Mund geschlagen - Ruhe halten. Hunde hatten Ohren, nicht nur Nasen. Aber als Lew dann auch noch kommentieren musste, was offensichtlich war, presste Viktor nur die Zähne aufeinander, beobachtete weiter das Rudel und sagte nichts dazu. Der kurz aufwallende Drang, andere zu maßregeln, war auch neu - zumindest in diesem Zusammenhang. In der Troika hatte jeder seinen Platz und Lew war der Boss, nicht er. Nur irgendwie musste er sich dauernd selbst daran erinnern.

Sie umgingen das Portal und folgten der Senke weiter, wobei Viktor immer wieder rückversichernd zu den Hunden blickte. Einmal war ihm, als starre einer herüber, doch sie näherten sich nicht und so sparte sich auch der Jäger seine Munition. Ebenso wie er sich alle Worte sparte, alle Kommentare zum Offensichtlichen. Der Lenin Prospekt lag östlich voraus und Nicknames von Jungspunden waren meistens dämlich. Ihn wunderte nur, dass keine Anspielung auf Penisgröße und Anzahl der beglückten Damen inkludiert war. Emil-SuperStecher100.
Nicknames. Wieder so ein Wort, dass ihn erst im Nachgang gedanklich stolpern ließ. Er war zu alt, um mit all den Anglizismen um sich zu werfen, die die Vernetzung der Welt auch in seine Heimat geschwappt hatte. Normalerweise war er froh, wenn er mit dem PDA klar kam oder die Nachrichten, die ihn interessierten auf dem Tablet in der Unterkunft fand. Allein schon die Handhabung des Touchscreens machte ihn manchmal wahnsinnig und irgendwas an den Systemeinstellungen anzupassen, überließ er lieber den Jüngeren. Sowieso machte das Ding dauern irgendwelche komischen Sachen, obwohl er nichts anders machte...
So vor sich hin grübelnd, marschierte er durch das niedrige Gewüchs, bis sie auf die Reste des Wirtschaftswegs stießen, der sie erst zu einer besseren Straße und diese dann zum Prospekt führen würde. Er warf einen prüfenden Blick zum Himmel. Wenn sie vor Sonnenuntergang in Pripyat sein wollten, durften sie nicht mehr zu viel Zeit verplempern. Zeit sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Gedanken um die Eigenartigkeit seiner Grübeleien konnte er sich auch in der Unterkunft und bei einem Kaffee machen. Merklich änderte sich seine Haltung etwas, als Viktor seine Aufmerksamkeit wieder ganz auf den Weg und die Umgebung ausrichtete. Besser so - wer in Gedanken herum taumelte, den fraß die Zone.

Die Yaniv Station ließen sie links liegen, marschierten straff auf den Lenin Prospekt zu. Die Gebäude des alten Bahnhofs waren hinter den Bäumen und Büschen verborgen, die sich nun rechts und links der Straße erhoben. Ein paar der Anomalien, die hier schon seit langem stationär waren, umgingen sie routiniert, andere meldete der Detektor. Bis zur Hauptstraße verhielt sich die Zone angenehm friedlich, lediglich ein Fuchs kreuzte ihren Weg und schien ebenso überrascht wie die drei Männer. Ein dünnes Tier mit struppig rotem Fell und einer auffälligen Warze an der Schnauze. Einen Moment lang musterte er die drei Wanderer und verschwand dann schnürend im Unterholz.
Kurz vor der Kreuzung wurde der Bewuchs lichter und Schienen querten die Straße bevor diese auf die Hauptstraße einbog.
Irgendetwa zupfte an Viktors Aufmerksamkeit und veranlasste ihn dazu, langsamer zu werden und schließlich ganz stehen zu bleiben. Prüfend sah er sich um, warf einen Blick auf den Detektor. Nichts.
"Was ist?" Amir, den PDA in Händen, sah sich ebenfalls nach allen Seiten um. Der ältere Jäger rieb sich das Kinn, betrachtete den Einschnitt der Gleise in der Straße, ließ seine Augen dann daran entlang und zu den Strommasten wandern, hoch und höher. Menschen sahen einfach viel zu selten nach oben...
Sie kommen von oben...
Viktor blinzelte gegen die niedrig stehende Sonne. Von dem ihnen am nächsten stehenden Mast baumelte etwas, das auf den ersten Blick wie eine Rankpflanze aussah. Die langen, flaumartigen Ranken schwangen kaum merklich im Wind und wirkten im Licht der langsam nieder sinkenden Sonne rötlich. Er wies mit dem Kinn in die Richtung und nun, da er seinen Detektor geziel ausrichtete, begann dieser auch leise anzuschlagen. "Sollen wir uns da mal umsehen?" Manchmal gab es in der Nähe von diesem Gewüchs was zu holen.
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ERZÄHLER
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Brennflaum... er hatte es also mittlerweile bis in die Stadt geschafft.
Lew nickte. Sollte sich Viktor das ansehen.
Lew und Amir sicherten indes in alle Richtungen. Die Stadt bot noch einmal eigene Gefahren, in jedem Häusereingang konnte sich etwas versteckt, jemand.
Grundsätzlich hielten die Jäger die Stadt und kontrollierten damit auch den Zugang zum Reaktor, aber trotzdem war das kein Leichtes. Immer wieder sah es irgendwer als Herausforderung und wagte sich weiter vor, in der Annahme, wenn eine so starke Gruppe wie die Jäger die Stadt für sich beanspruchte, dann musste es dort auch etwas zu holen geben. Und so schlichen sich immer wieder Banditen aber auch Stalker in die Stadt, selten auch Touristen mit Söldnern, und die galt es zu finden und zu beseitigen, solange nicht klar war, was im Reaktor alles vor sich ging, und eben das war das Problem.
Zu ihren weiteren Aufgeben gehörte es, die mobilen Teams in der Zone zu koordinieren, die umherstreiften, sich wie Stalker verhielten und Informationen sammelten, meist in Form von PDAs. Diese wurden ausgelesen um die Kontakte nachzuverfolgen, schließlich präpariert, und wieder unter die Leute gebracht. Die Technik half ihnen dabei ihre Arbeit zu erledigen ersetze aber die gute alte Ermittlungsarbeit vor Ort nicht. Die Augen offen zu halten, Gerüchten nachzugehen und das Vertrauen der anderen Stalker zu gewinnen um informiert zu bleiben.
Gerade waren Kovac und Starik unterwegs, die Zahl der Teams war stark reduziert worden in den letzten Jahren. Waren es um 2017 noch 3 Teams, so war es heute fast nur noch eines.
Später würden sie entscheiden, wer als nächstes loszog.
Er würde es entscheiden müssen, Lew gefiel es nicht ganz, dass er das Kommando über die Truppe übernehmen sollte - dabei war er seit Jahren raus. Selbst die verlassene Stadt hatte sich merklich verändert, war stärker zugewachsen, Brennflaum breitete sich aus.
Er war einen blich auf den Geierzähler.
Nicht gut, aber vertretbar.
Sie folgten beide dem älteren Fährtensucher. Er wirkte nicht ganz so konzentriert, wie er sein sollte, nicht dass er Gefahren übersah, aber was er Lew erzählt hatte gab ihm nun zu denken, je näher sie dem Quartier kamen.
Früher einmal musste man wohl von der Hauptstraße aus irgendwann schon das Riesenrad gesehen haben, nun stand alles voller Bäume. Perfekt für jede Art von Mutant um sich zu verstecken.
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Viktor
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Er hatte die Straße verlassen und einen Stock vom Boden aufgeklaubt, mit dem er das hohe Gras vor sich teilte. Wie immer ließ er sich lieber von seinem Instinkt, als von Detektoren leiten, denn dieser funktionierte mindestens genauso gut, wenn nicht sogar manchmal besser. Früher hatten sie auch keine Detektoren gehabt. Klar, fang wieder mit diesem 'früher war alles besser'-Scheißdreck an, alter Mann. Er blieb stehen, warf zur Vorsicht ein paar Steinchen, die er noch von der Senke dabei hatte. Sogar eine Mutter. Diese klaubte er immer wieder gewissenhaft auf, während er die Steinchen liegen ließ. Bis zum Strommast waren es nur ein dutzend Meter, aber Vorsicht war die Mutter der Zonenanomalien. Am Fuß des Masts blieb er stehen und blickte daran nach oben, wo langweilig und ungerührt der Brennflaum baumelte. Von der sich allmählich rot verfärbenden Sonne beleuchtet wirkte er tatsächlich wie Feuerfarben, hängende Glut. Viktor senkte den Blick wieder und sah sich um - kein Schritt zu viel, erstmal mit den Augen suchen. Der Stock half ihm, das Gras beiseite zu schieben und dabei Ameisen und anderes Getier aufzuscheuchen.
Schritt für Schritt umrundete er den Strommast, den Stock sondierend vor sich, trotzdem fand er den Kristall durch den blöden Zufall, dass die spitzen Dornen des Dings sich im Leder seiner Stiefel verhakten. Zum Glück sehr dickem Leder...
Er ging auf ein Knie, um das stachelige Ding von seinem Schuh zu befreien, als...
Beton spritzte, Splitter flogen. Im Fundament des Strommastes, vor dem eben noch Viktor gestanden hatte, prangte nun ein hübsches Loch mit dekorativ abgeplatztem Rand. Reines Glück, schlechtes Timing für den Schützen.
Viktor lag sofort auf dem Bauch, das Artefakte bohrte sich schmerzhaft in seine Hand, da er darauf nun wirklich nicht mehr geachtet hatte. Zügig rollte er hinter den Strommast, hoffend, die Richtung, in der der Schütze sich verbarg, korrekt einzuschätzen. Erst dann schüttelte er das igelförmige Ding ab und zog die eigene Waffe vom Rücken. Immerhin wusste er jetzt, dass nicht der Brennflaum ihm das Gefühl vermittelt hatte, etwas zu übersehen, sondern der Umstand, beobachtet zu werden. Das derjenige kein Signal hatte, das sie gewarnt hätte, machte die Sache doppelt brisant und er - Viktor - war jetzt im Besitz eines Artefaktes. Eventuell war es dem Schützen entgangen, aber er zweifelte ein wenig daran, wenn er sich das Zeichen seiner Aufmerksamkeit am Betonpfeiler so besah.
Ein Blick über die Schulter - Lew und Amir waren im hohen Gras verschwunden, unsichtbar auch für ihn. Scheiße.
Er würde erstmal in der Deckung des Betonpfeilers bleiben, entschied er. Schob sich näher an dessen Fundament und daran empor, um möglichst durch die Grasspitzen und um den Pfeiler herum den Bereich mit den Augen absuchen zu können, in dem der oder die Schützen verborgen sein mussten. Prompt pfiff ihm die nächste Kugel um die Ohren und er verkroch sich eilig wieder, wobei allerdings ein freudloses Grinsen seine Lippen verzog.
Prima, mach so weiter. Dann wissen wir gleich, wo du bist, Arschloch.
Er zückte seinen PDA, um eventuelle Nachrichten von Lew und Amir nicht zu verpassen. Rufen wäre immerhin eine saublöde Idee.
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Leonid Kolesnikov
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Amir und Lew musste beide hilflos zusehen wie ein unbekannte Viktor unter Feuer nahm.
Korrektur, mindestens zwei unbekannte. Zumindest wurde von zwei Positionen geschossen als sich Viktor kurz zeigte.
Einen hatte Lew schnell gefunden, er kauerte auf dem Dach einer Bushaltestelle und hielt sich für sehr klug und hatte dabei die Begleiter des Mannes übersehen den sie wohl gerade in eine Falle gelockt hatten. Lew fixierte ihn durch sein Zielfernrohr.
"Schreib Viktor, er sollt stillhalten, hab einen." flüsterte Lew.
Amri nickte und schrieb.
Lew kniete sich ruhig hin, legte an und drückte ab.
Er traf, aber nicht in den Kopf wie beabsichtigt, im falschen Moment richtete der sich auf uns kassierte einen Treffer in den Oberschenkel, schmerzhaft aber nicht tödlich, dafür wusste der nun, wo sie waren. Lew legte nach, erst der zweite Schuss beförderte ihn ins Jenseits.
Nun eröffnete der zweite aber das Feuer auf sie.
Und nun war es Amir, der einen Streifschuss abbekam. Er verbiss sich aber den Fluch, es war nur der Arm. Er war ein Profi, trotzdem...
Der erste war vom Dach gefallen, lag nun am Boden, Es war nicht einmal weit, Lew wunderte sich immer noch, warum er Schuss nciht besser gesessen hatte, nahm sich aber vor, das Gewehr in der Unterkunft zu überprüfen, vielleicht hatte sich bei der Lagerung irgendetwas am Visier verzogen.
Der Tote war ein Söldner, der Mann war gut ausgerüstet, sauberer Tarnanzug, Protektoren amerikanisches Sturmgewehr, irgendwer bezahlte ihn also und rüstete sie aus. Und er trug ein Funkgerät, also ein Amateur... aber dafür war er weit gekommen. Aus dem tönte es nun blechern: "Mike? Hörst du? Mike! Schieße, Mike?" auf englisch. Lew hätte gern gelacht.
Der andere bezog also irgendwo Position, wo er diesen hier nicht sehen konnte.
Da gab es nicht viele Möglichkeiten.
Ihm eine Falle zu stellen, dazu fehlte die Zeit, er wollte nicht riskieren, dass er Viktor erwischte und Amir blutete in der Zwischenzeit den Boden voll, auch wenn er er Wunde bereits mit einem Stück Stoff abband, dass er von irgendetwas anderem abgerissen hatte.
Lew gab Amir Zeichen, den Toten zu durchsuchen und sicherzustellen, was nützlich war, er selbst sondierte inzwischen die Umgebung.
Es gab nicht viele Positionen, von denen aus man Viktor schon, aber diesen Mike nicht sehen konnte. Bald hatte Lew die Position eingegrenzt. Das Haus dort... vermutlich eine der Wohnungen, kein Stockwerk ganz oben, irgendwo in der Mitte.
Das war echt Scheiße, denn er hatte jetzt keine Lust, jetzt ein Haus zu säubern.
Er gab ein paar Schüsse in die Richtung ab, man hörte Flüche aus dem Funk er hatte es wohl nicht abgestellt, aber vermutlich wechselte er die Position, so dass Viktor nun gefahrlos woanders Deckung suchen konnte.
Zusammen mit Amir rückte Lew vor, machte Viktor Zeichen, dass er folgen sollte. Sie agierten Lautlos, das Funkgerät hatten sie nun abgestellt.
Der andere würde sich noch wundern, mit wem er es in der Stadt zu tun bekam.

Sie schlossen zu Viktor auf, Amir warf sich sofort in Deckung, gerade rechtzeitig, als ein neuer Schuss Beton splittern ließ. Fast wäre ihm ein Fluch entkommen, aber Amir blieb still, wischte sich nur den Staub ab. Die Zeit hatte Lew allerdings genutzt und ihn anvisiert, Er gab Amir ein Zeichen, und der nahm kurz seinen Rucksack ab und hob ihn hoch, ein weiterer Schuss, nein zwei gleichzeitig - aber kein Treffer. "Scheisse... das Visier ist total verstellt..." fluchte Lew, allerdings sehr sehr leise.
"Weiter... Feuer ab und zu mal auf der dritte Fenster von rechts, vierter Stock, dort sitzt er." befahl er Amir. So wagte sich der Schütze nicht heraus.
Viktor zog er weiter.
Den zweiten Schützen erwischten sie so zwar nicht, aber es gelang ihnen zu entkommen. Sie hatten Pripyat erreicht.

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Viktor
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Registriert: Montag 21. März 2022, 15:39

Unten bleiben. Glänzend. Wäre er nie drauf gekommen.
Ein weiterer Schuss, diesmal von hinten. Viktor drückte die Stirn in den Dreck und lauschte angestrengt. Den Treffer signalisierte ein guturaler Laut, dann knallte es wieder, diesmal aus den Gebäuden vor ihnen und dann ein drittes Mal, wieder von hinten, und etwas Schweres schlug unweit hart auf dem Boden auf. Ein Funkgerät gab knarrend Geräusche und dann die blecherne Stimme eines Mannes von sich.
Englisch.
Mike.
Ein Gesicht tauchte vor Viktors innerem Auge auf - etwa sein Alter... nein, etwa das Alter dessen, der sich immer wieder in seinen Kopf einschlich. Etwas jünger also, markante Züge, athletischer Körperbau. In Wahrheit viel älter als alle im Raum anwesenden - es lag in seinen Augen. Augen von schwer zu bestimmender Farbe. Irgendwas zwischen grün und braun, durchzogen von rostroten Ringen. Er wusste das sehr genau, denn er hatte diese Augen sehr oft, sehr dicht vor sich - meistens durch ein Kreuz aus gebundenen Klingen hindurch. Michael, von allen nur Mike genannt, einer der vampirischen Templer und seines Zeichens Schwertmeister. Ein Kampfgefährte und unerbittlicher Trainingsgegner, dessen vampirische Fähigkeiten einen dazu zwangen, nicht nachzulassen und nie der Müdigkeit nachzugeben. Mitglied seines Stabs, auch wenn viele der anderen hochrangigen Ritter es nicht gern sahen, wenn er Vampire im Führungskader zuließ - nicht seit Erains Verrat und die Opfer, die es sie gekostet hatte. Mike genoss dennoch sein Vertrauen. Maximilian war niemand, der Leute über einen Kamm scherte, egal ob es wegen Nationalität, Geschlecht, Rasse oder eben Bluttaufe war. Vor ihm musste sich jeder selbst beweisen, denn er hielt es wie Gott der HERR es ihnen vormachte: jedem seine eigene Waagschale. Und selbst wenn er persönlich es anders gewollt hätte, als Großmeister musste er die Untoten unter ihnen weiter mit dem gleichen Respekt behandeln, denn es gab ohnehin schon genug Spaltungen in den eigenen Reihen. Sein Vorbild war es, welches den Orden zusammen hielt.

Ein weiterer Schuss von Lew ließ ihn den Kopf hoch reißen und die Augen wieder öffnen. Eilig zog er die Beine unter sich und lief geduckt in Richtung Gleise, um möglichst viel Bewuchs zwischen sich und das Gebäude zu bringen und außerdem in die Nähe seiner Gefährten zu gelangen. Diese hielten auf ihn zu. Wieder wurde geschossen, wieder splitterte Beton, wieder fraß er Dreck, doch kein Laut kam ihm über die Lippen. Er war niemand, der seinem Ärger oder seiner Angst in so einer Situation lauthals Luft machte, auch wenn ihm das Adrenalin durch die Adern schoss wie jedem anderen. Er wünschte dem Schützen innerlich einen Blutsauger auf den Hals, biss die Zähne aufeinander und folgte dann Lew, während Amir ihnen Feuerschutz gab.
Sie tauchten ins Gebüsch jenseits der Bahnlinie, auf dessen anderer Seite die ersten Häuser von Pripyat aufragten.

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